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Emmanuelle



Emmanuelle

Emmanuelle, Emanuelle, Emmanuele oder auch Emanuela ist die Titelheldin in einer Reihe von europäischen Erotik-Filmen, die auf einer Figur von Emmanuelle Arsan aus der gleichnamigen Buchserie basieren.




Die Bücher

Emmanuelle Arsan hat in ihren vier „Emmanuelle“-Büchern (der erste Roman ist 1959 in Paris bei Édition Clandestine erschienen), neben zahlreichen Schilderungen sexueller Handlungen und erotischer Konstellationen, ihre Philosophie des Erotismus zum Ausdruck gebracht. Diese Philosophie ist als eine Art Sexualutopie zu verstehen, die vor allem einen Anspruch an einen freisinnigen und radikal anderen Umgang der Geschlechter miteinander erhebt, bei dem Eifersucht, Besitzanspruch, exklusive Zweierbeziehung, religiös begründete Askese etc. als Zeichen existentieller Angst, Einsamkeit, mangelnder Liebesfähigkeit oder auch von grundlegenden Machtorientierungen angesehen werden. Emmanuelle lernt in Armen zahlreicher Partner beiderlei Geschlechts die erlösende Kraft des Eros kennen. Diese Kraft führt sie zu der absoluten Freiheit, über die eigenen Sinne allein und ohne Rücksicht auf Konventionen und Tabus zu bestimmen. Und sie gibt ihr Wissen an ihre Geliebten und an ihre Leser freizügig weiter.

Ihre "Philosophie der Lust" als ein insbesondere ins Sexuelle übersetzter konsequenter Hedonismus erinnert dabei an Gedanken von Georges Bataille („Der heilige Eros“), die allerdings wesentlich positiver, heiterer und optimistischer wirkt, wie es ein französischer Schriftsteller einmal ganz richtig bemerkt hat: „Bei Arsan ist der Erotismus optimistisch, strahlend, leuchtend, vergleichbar einem Monument zum Ruhme des vom Erdenschlamm und von der uralten Knechtschaft befreiten Menschen.“ (André Pierre de Mandiargues). Es sind gerade auch die futuristischen Aspekte ihrer Bücher, die mit der anhaltenden Krise der Moderne, dem Aufstieg der Ökologiebewegung und deren Rückbesinnung auf die vermeintlich gute Mutter Natur seit Mitte der 70er Jahre zu einer kritischen Distanz vieler jüngerer gebildeterer Leser beigetragen haben dürften.

Die tieferen Aspekte ihrer Romane stoßen in der Regel beim Normalleser auf wenig Verständnis und werden auch von der - zumindest deutschen - literarischen Kritik kaum wahrgenommen, denn die Zumutungen und psychologisch-praktischen Konsequenzen für das eigene Rollenverständnis, die eigene Sexualmoral oder die eigenen Beziehungsmuster sind wohl allzu provozierend, wenngleich es im Nachklang zur sexuellen Revolution der späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hier einige allgemeine Lockerungen, Aufbrüche und Veränderungen gegeben haben mag.

André Pierre de Mandiargues :fr schrieb in Nouvelle Revue Française in Paris: "Wie Kriminal- oder Sience-Fiction-Romane sind auch die erotischen Romane meist Gefangene eines bestimmten Schemas, eines Systems von Regeln, das nun einmal zu dieser Art von Literatur gehört. Überdies steuern sie ein ganz eindeutiges Ziel ein, und deswegen werden sie gekauft. Einige aber gibt es, die diesen Rahmen sprengen, die diese Systeme und Regeln brechen und für die das besagte Ziel unwesentlich ist. Sie sind vom Geist ihrer Autoren geprägt, sind originell, sind Literatur. Ich bin der Meinung, dass 'Emannuelle' zu diesen Werken gehört. Jedenfalls kann man dieses Buch aufschlagen, ohne befürchten zu müssen, dass man sich langweilt, wie bei den meisten neueren Romanen."

„Emmanuelle“ war jahrelang Underground-Bestseller und wurde mittlerweile in zehn Sprachen übersetzt. Erste Abschriften des damals noch unveröffentlichten ersten Romans sollten schon Ende der 50er Jahre in Frankreich im inoffiziellen Umlauf gewesen sein. In Deutschland werden die Bücher immer wieder neu verlegt - die neuste Ausgabe erschien um die Jahrtausendwende bei Rowohlt Verlag und ist inzwischen vergriffen.



Die Filme



Der erste Film, Io, Emmanuelle, erschien 1969 und die Titelrolle wurde von Erika Blanc gespielt. 1974 folgte Emmanuelle mit Sylvia Kristel in der Titelrolle. Der von Just Jaeckin gedrehte Streifen war in Frankreich und vielen anderen Ländern ein großer kommerzieller Erfolg. Allein in Paris lief der Film volle acht Jahre lang und lockte dabei über 3 Millionen Zuschauer in die Vorstellungen. Aufgrund dieses Erfolges wurden zahlreiche Fortsetzungen und Varianten (z. B. Black Emmanuelle) gedreht.

In späteren Filmen (ab 1975) wechselte sich Kristel mit Laura Gemser ab. Weitere Hauptdarstellerinnen waren Mia Nygren, Monique Gabrielle und Nathalie Uher. In den italienischsprachigen Gemser-Filmen wurde aus urheberrechtlichen Gründen die Schreibung Emanuelle verwendet. Für die frühen Veröffentlichungen benutzte man hierzulande den deutsch klingenden Namen Emanuela. Die Uncut-Versionen dieser Erotikfilm-Reihe sind in Deutschland fast alle indiziert, liefen in den 1990ern aber teilweise unzensiert mit sichtbarem Geschlechtsverkehr auf deutschen Privatsendern. Die Filme verließen doch niemals die Schutzzone des Soft-Erotischen.

„Ihre Orgien wurden im romantischen Geist gefeiert, das unverhüllte Fleisch kam weichgezeichnet ins Bild, die Geilheit des handelnden Personals hatte mit Ästhetik zu tun. Die Vorliebe der Filmemacher, die in der sexuellen Revolution standen, Nacktheit makellos zu zeigen, kann man Manierismus, Terrorismus oder einfach Verzweiflung über die noch immer konservativen Verhältnisse nennen. Sie hatte jedoch zweifellos auch etwas mit einer romantischen Vorstellung vom Sex zu tun, also mit dem Versuch Sexualität im Kinobild nicht in Farben des Niedrigen, Vulgären oder Schmutzigen zu malen.“ (in: B. Schulz, „Geschichte des erotischen Films“, S. 103-104).

Die italienischen Produktionen mit Laura Gemser und unter der Regie von Joe D'Amato waren und sind die erfolgreichsten, zeichnen sich doch die D'Amato-Produktionen besonders durch ein gekonntes Gespür für die Kombination vom Filmschnitt zu der unverwechselbaren Filmmusik von Nico Fidenco aus. Die Soundtracks zu den Filmen werden auch heute noch, 30 Jahre nach ihrer Entstehung, wiederholt vermarktet.

Die D'Amato Filme von 1977 und 1978 wurden auch nicht nacheinander, wie die Filmografie vermuten lässt, gedreht, sondern parallel. Deutlich wird dies u. a. an den New Yorker Schauplätzen, die in fast allen Filmen auftauchen. In der Touristen-Seilbahn über dem Hudson-River z. B. tragen Laura Gemser und Gabriele Tinti stets die gleiche Kleidung, auch wenn die Handlung in jedem Film eine ganz andere ist. "Berüchtigt" sind die D'Amato-Produktionen auch für ihre effiziente Entstehung. Der Amazonas in Emanuelle e gli ultimi cannibali ist in Wirklichkeit ein See südlich von Rom. Die Kannibalen wurden durch philippinische Statisten aus Rom bzw. bezahlte Touristen aus dem Orient dargestellt.



Auf Emmanuelle folgten:


• Emanuelle nera (1975, mit Laura Gemser)

• Emmanuelle 2 (1975, mit Sylvia Kristel)

• Emanuelle nera orient reportage (1976, mit Laura Gemser; Regie: D'Amato)

• La Spiaggia del desiderio (1976)

• Black Emanuelle – Stunden wilder Lust (1977, mit Laura Gemser; Regie: D'Amato)

• Good-bye, Emmanuelle (1977, mit Sylvia Kristel)

• Emanuelle e gli ultimi cannibali (1977, mit Laura Gemser; Regie: D'Amato)

• Emanuelle, perché violenza alle Donne? (1977, mit Laura Gemser; Regie: D'Amato)

• La Via della Prostituzione (1978, mit Laura Gemser; Regie: D'Amato)

• Mavri Emmanouella (1979)

• La Belva dalle calda pelle (1982, mit Laura Gemser)

• Violenza in un carcere femminile (1982, mit Laura Gemser)

• Emanuelle fuga dall'inferno (1983, mit Laura Gemser)

• Emmanuelle 4 (1984)

• Emmanuelle V (1987)

• Emmanuelle 6 (1988)

• Emmanuelle au 7ème ciel (1993)



Zudem gibt es noch eine achtteilige französische TV-Filmreihe aus dem Jahre 1994 mit dem Titel Emmanuelle. Die Hauptrolle darin spielt Krista Allen.

1978 drehte der englische Regisseur Gerald Thomas eine Parodie auf die Emmanuelle-Filme. Um Probleme mit dem Urheberrecht zu vermeiden, entschloss man sich, einfach ein weiteres n in Emmanuelles Namen einzufügen, sodass der Film im Original Carry On Emmannuelle heißt. Auf Deutsch lautet sein Titel Mach' weiter, Emmanuelle.

Deutsche Titel (Reihenfolge laut Indizierungsliste):


• Emanuela

• Emanuela – Alle Lüste dieser Welt

• Emanuela – Dein wilder Erdbeermund

• Emanuela – Queen of Sados bzw. Die Nackte von Sados

• Emanuelle und die letzten Kannibalen (Alternativtitel: Nackt unter Kannibalen)

• Emanuelle – Sinnlichkeit hat tausend Namen

• Emmanuele – Im Teufelskreis der Leidenschaft

• Emmanuelle – Black and White

• Emmanuelle 6

• Emmanuelles Töchter (Blutjunge Biester zu allem bereit)





Quelle der Hintergrundinformationen: Wikipedia



Das RPG


Die Idee zum RPG wurde im Bienenstock geboren, und die Performance findet nun in den Tiefen der MATRIX statt. Jeder Auserwählte kann sich beteiligen, jeder kann sich in Rollen begeben, die mit der Atmosphäre der Arsan-Bücher stimmig sind.



in the flow
24.12.06 14:55


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Der Avatar als Spielfigur (RPG's)

Startup des Doltschin-RPG's (auf der Basis der im BUCH DER TR?UME ver?ffentlichten Geschichte Doltschin - Die anderen Seiten der Wirklichkeit) in der

MATRIX


Exklusiv f?r die Auserw?hlten der MATRIX

**


In Oz bin ich den Doltschins zum ersten Mal begegnet. Tania begegnete mir viel fr?her. Ich glaube, ich habe sie schon immer gekannt, aber erst sp?ter in der Zeit wurde mir bewusst, zu welchem Geschlecht sie geh?rte.

Jetzt, nachdem die einundzwanzig Teile der Geschichte Doltschin - Die anderen Seiten der Wirklichkeit im BUCH DER TR?UME komplett ?berarbeitet sind, ist es endlich Zeit, mit dem lange geplanten Doltschin-RPG anzufangen.

Die Z?hmung wird in der MATRIX stattfinden, und das ist ein gro?es, ein gewagtes Unterfangen. Manche Bestien lassen sich nicht z?hmen, und der Dschungel ist nach wie vor unberechenbar. Doch wer mit den Doltschins ein wenig vertraut ist, wei? zumindest in etwa, auf was er sich einl?sst.
Taucht noch einmal ein in die Welt CORAZONS, betretet erneut den INNEREN KREIS und macht euch bereit, irgendwo in den Tiefen des Dschungels den Noggtas zu begegnen.

Die Z?hmung wird mehr sein als ein gew?hnliches RPG. Sie wird mich zugleich f?r Das Ende der Tr?ume inspirieren, und wer bereits den Prolog Das Nest gelesen hat, kennt den Zeitpunkt der Wiedergeburt Keomas und wei?, welchen Schrecken er hinter sich lassen musste, um wieder den Dschungel zu betreten.
Die Rauchs?ule steigt immer noch gen Himmel, aber das Vergangene ist vergangen, und was z?hlt, ist nur noch das Jetzt.

Jetzt entscheidest du, wer du sein willst, wenn Die Z?hmung beginnt:

F?hlst du dich wohl in der Haut von Zoran?
Geh?rst du zu den Priesterinnen und gef?llst dir darin, als Mirella jeden Mann, der dir begegnet, um den Verstand zu bringen?
Bist du einer der Roten des inneren Kreises, dazu bestimmt, zu sterben und dabei doch Ebenen des Seins zu betreten, die dir v?llig neue M?glichkeiten er?ffnen?


Triff die Wahl, entscheide dich und bring dich ein in die MATRIX, wenn Die Z?hmung beginnt.


Nichts ist wirklich, alles ist.

BeautifulExperience


Das Vorspiel: DIE DRITTE MACHT
Das ultimative Abenteuer: DIE MATRIX

10.11.05 22:02


Der Avatar als Spielfigur (RPG's)

Die Z?hmung
- Vorspiel -



Die anderen Seiten der Wirklichkeit

- Zentrale Stellen von ?Doltschin" (aus den Kapiteln 5-LUFT) -



"Die Farben wechselten schneller, als mein Gehirn wahrnehmen konnte. Alle Regenbogenfarben in all ihren m?glichen Abstufungen, Farben, die unm?glich wirkten, pulsierend lebendig und jenseits aller verbalen Beschreibungsm?glichkeit auf meinen Verstand einschlugen, ihn permanent vergewaltigten auf eine Art, die einen anderen, neuen (alten?) Teil von mir frohlocken und aufjauchzen lie?en in nie geahnter Intensit?t, dienten dem Ausdruck ihres unfa?baren Wesens, das jede auch nur ann?hernd menschliche Form weit hinter sich lassen wollte im unb?ndigen Ausbruch seiner selbst, heraus aus jeder begrenzenden k?rperlichen Form - nichts anerkennend, alles negierend und alles unendlich bejahend in einer Orgie aus Licht und purer, unverf?lschter Energie. Ich nahm auf, was ich aufnehmen konnte - all das, was ?ber mein Begriffs- und Wahrnehmungsverm?gen hinausging, lie? die Rudimente meines nutzlos gewordenen Verstandes schlingern wie ein angeschlagenes Schiff bei sehr hohem Seegang: bedeutungslos gewordene Fragen drangen aus mir hervor, st?rzten aus mir heraus wie Ratten aus diesem sinkenden Schiff meines Denkens - und wurden beantwortet, noch bevor ich sie stellen konnte. Was ich erlebte, war IHR ganz eigener Exorzismus, eine Teufelsaustreibung ohnegleichen, und mein Verstand verlie? mich in einem letzten gewaltigen Aufb?umen, einer Manifestation von Arroganz und vernichtendem Ha?, die mir geifernd und sabbernd zuschrie: DU KANNST NICHT LEBEN OHNE MICH! DU WIRST NICHT LEBEN OHNE MICH! DU DARFST NICHT LEBEN OHNE MICH!!
Und mein tats?chliches ?berleben hing davon ab, ob es mir m?glich war, mich dieser eisernen Propaganda zu entziehen, mich freizumachen von dem blinden Glauben an den Teil von mir, der mein ganzes Leben vor CORAZON bestimmt hatte.


"Sag mir, Tania: wo bin ich wirklich? Halte ich mich wirklich da auf, wo ich mich aufzuhalten glaube: in einem entlegenen Teil des tropischen Regenwalds, irgendwo im Amazonasgebiet - bei einer noch unbekannten, r?tselhaften Kultur, die sich selbst die Doltschins nennt?"


"Du h?ltst dich da auf, wo du dich aufhalten willst, Keo. Du h?ltst dich immer dort auf, wo du eigentlich sein willst, nirgends sonst."


"Ist es ein Traum von mir? Ist all das unwirklich, was ich sehe und erlebe?"


"Bist du selbst jemandes Traum, Keo? Bist du selbst sicher, wirklich zu existieren? Oder bist du nur Teil einer erdachten Geschichte, die jederzeit enden kann? Warum akzeptierst du nicht einfach, was ist? Spiele deine Rolle und spiele sie gut. Das ist alles, was du tun kannst."


"Aber was ist meine Rolle, Tania? Welche soll ich ausw?hlen?"


"Du kannst sie alle spielen, Keo. Nur ein Narr gibt sich mit einer zufrieden. Nur ein Narr liebt seinen K?fig."


"Aber wer bin ich wirklich, Tania? F?r dich bin ich Keoma, doch wer war ich zuvor? Wer war ich in meiner Welt? Und warum f?llt es mir so schwer, mich zu erinnern?"


"Du willst dich gar nicht erinnern, Keo - und genau deshalb kannst du es auch nicht. Du willst dich nicht erinnern, weil deine Welt so unglaublich leer ist: sie hat fast nichts von dem, was du brauchst."


"Und was ist es, das ich deiner Meinung nach brauche?"


"Risiko. Gefahr. Permanente Unsicherheit. Abenteuer und Wagnis.
Wille und Kraft. Unberechenbarkeit. Tod. Das vor allem: Tod. Du mu?t jeden Augenblick bereit sein, zu sterben."


"Aber...dieses Leben macht mir Angst! Ich f?hle mich einfach nicht sicher. Da ist nichts, an dem ich mich festhalten kann."


"Solange du Angst hast, Keo, schl?fst du nicht ein. Du bleibst nicht stehen und h?ltst die Augen offen. Wenn du dich aber sicher f?hlst, dann lehnst du dich behaglich zur?ck. Dann bist du tr?ge und zufrieden mit dem, was du erreicht hast. Du genie?t die Aussicht immer vom selben Aussichtspunkt aus. Aber die Stelle, an der du dich befindest, ist wie Treibsand: wenn du zu lange auf ihr verharrst, l??t sie dich niemals wieder los. Du wirst tot sein, ohne etwas anderes gesehen zu haben. Deine Welt, Keo, garantiert dir alles, wenn du bereit bist, den erforderlichen Preis zu bezahlen - wenn du bereit bist, dich an sie zu verkaufen. Deine Welt ist wie Treibsand, Keo.."


"ABER DEINE WELT IST NUR IMMERW?HRENDER KAMPF UND UNSICHERHEIT! DEINE WELT IST CHAOS UND WILDNIS! NENN MIR NUR EINEN GRUND, WARUM ICH MICH DAF?R ENTSCHEIDEN SOLLTE?"


"Es ist wirklich ganz einfach, Keo: CORAZON macht dir nichts vor. Er gibt nicht vor, etwas anderes als Treibsand zu sein. Er behauptet nicht, irgendwelche Regeln zu kennen, wenn es keine Regeln gibt. CORAZON spielt fair, Keoma: ER zeigt dir unverh?llt seine wilde Natur und gibt dir die Chance, dich darauf einzustellen. ER st??t dir das Messer nicht in den R?cken."


"Du meinst, dass das, was ich als "Zivilisation" bezeichne, nicht mehr als eine Illusion ist? Du glaubst allen Ernstes, dass die Wissenschaften sich umsonst bem?hen, die Welt zu begreifen?"


"Deine Wissenschaften, Keo, sind nur Teil der Welt, in der du dich befindest. Sie bewegt sich schnell, deine Welt - unglaublich schnell. Nichts bleibt so, wie es war. Sie tanzen und wirbeln, die Welten.. Du kannst nur etwas erfahren, wenn du genauso schnell bist."


"ABER MEIN VERSTAND.."


"Schau ihn dir doch an, deinen Verstand: er kann dir weder sagen, wo du bist noch wer du bist noch was oder wann du bist. Sp?rst du immer noch nicht, wieviel er wert ist?"


"H?tte ich ihn nicht, k?nnte ich mich nicht mit dir unterhalten."


"H?ttest du ihn nicht, m??test du dich nicht mit mir unterhalten. Du w?rdest mich ganz ohne Umwege verstehen. Du k?nntest an der Quelle trinken, Keoma.."

*

"Niemand konnte sich die Ver?nderung meiner Augenfarbe erkl?ren. Aber alle hatten Grund, mich f?r ?bergeschnappt zu halten, als ich von den 'Tr?umen' erz?hlte. So glaubte ich irgendwann selbst, an Halluzinationen zu leiden. Ich schwieg, und die Tr?ume verblassten.."


?Doch bevor das geschah...kamen sie wie dunkle G?terz?ge vom Ende eines langen Tunnels, nur schwach beleuchtet und gespenstische Schatten werfend. Sie kamen mit gro?er Geschwindigkeit, erbarmungslos und unaufhaltsam. Schwerbeladen mit BILDERN, allen Arten von BILDERN, doch allesamt GROSSE, GEWALTIGE BILDER - UNAUFHALTSAME BILDER, UNVERGESSLICHE BILDER. Kamen mitten in der Nacht durch den langen, langen Tunnel (Korridor meiner Erinnerung Korridor meiner Erinnerung Korridor) - sie rauschten wie Sturmwind und donnerten achtlos ?ber alle Barrieren hinweg, die ich vor mir errichtet hatte. Es war nur ein Augenblick, ein winziger Augenblick, den ich noch Zeit hatte. Und ich sah direkt ins Auge des Sturms...
Und ich sah die immer wieder zubei?ende Schlange, spitze Giftz?hne, die sich in mein zuckendes Fleisch bohren und den kreischenden Schmerz durch meinen Unterarm jagen bis hinauf in meine Kehle, bis (fast) hinein in mein Herz, und ich wei?, ja ich wei?...
Ich sehe ihre Augen (Augen wie Eissplitter, Eissplitter-Augen), ihre diamantengleichen Z?hne, ihren unbarmherzigen T?tungswillen (...und rrrei?e mich los von meiner Angst, st?rze zur?ck in den dunklen Tempel der Noggtas, erinnere mich an das tosende Feuer ihres Kusses). Ich wei?, da? mir nichts geschehen wird, was ich nicht ertragen k?nnte oder wollte. Und ich genie?e den Schmerz, den mir ihre Z?hne bereiten, bin ganz und gar Schmerz, mit jeder Faser meines Seins - mein L?cheln schl?gt mitten hinein in ihr Echsengesicht (ich sehe ihre blutverschmierte gespaltene Zunge..) so lange, so lange, bis..
Ich spucke den Kopf achtlos zur Seite und ?ffne die letzte T?r, w?hrend das Blut auf meinem Unterarm trocknet und die Wunde verheilt, bevor ich die T?r hinter mir geschlossen habe. Ich bin dort, wo ich sein will, und ich habe wirklich alles hinter mir gelassen.
Ich habe den inneren Kreis betreten..
Sie aber hatte nicht auf mich gewartet..
Der Raum war nur schwach beleuchtet, und ich konnte zun?chst nur dunkle Schemen ausmachen, die sich in ihrer Masse gleich Wellen am Boden bewegten. Meine Augen gew?hnten sich jedoch schnell an das r?tliche Licht, das nicht konstant, sondern mal mehr, mal weniger hell leuchtete. Es ging von ihren rastlosen K?rpern aus und erfa?te die ganze Umgebung: M?nner und Frauen mit blutroter Haut, die Roten des inneren Kreises..
Die K?rper badeten sich in ihrem, und sie badeten sich in ihrem eigenen Licht. K?rper in allen Farben. K?rper, die sich umeinander winden, ?bereinander winden, ineinander eintauchen in hei?er, geiler Feuchtigkeit: violette, schwarze, blaue und wei?e Leiber; rote Zungen (spitze, gespaltene Zungen..), die gl?hen so voller Blut, so voller Leben, so voller Lust (Sshh..).
K?rper, die sich ineinander verkeilen in hemmungsloser, schl?pfriger Gier..
Der Durchmesser des kreisrund angelegten Raumes betrug vielleicht zwanzig Meter; der h?chste Punkt der Kuppel dar?ber war wohl acht Meter vom Boden entfernt. Die Atemluft roch durchdringend nach Sex; ich sp?rte, wie meine Glieder in ihrer Erregung zu zittern begannen. Ich h?rte ihr Keuchen, Wimmern und Klagen; ihr lautes St?hnen durchschnitt meine Geh?rg?nge bis tief hinein mitten ins verborgene Zentrum, schmolz mich ein in eine einzige, vollendete Form unendlicher, h?llenhei? brennender Lust.
Und ich sah TANIA, im Mittelpunkt des INNEREN KREISES, mit ihren nackten F??en auf einer wogenden Insel kopulierender K?rper stehend, m?helos balancierend, je einen pechschwarzen Schwanz in jeder ihrer kleinen, wei? wie Elfenbein wirkenden H?nde haltend: Zorans Z?hne blitzten durch die Finsternis, Neg-Tais Augenwei? leuchtete mich an wie ein Halogenscheinwerfer. TANIAS blondes Haar brannte wie Winterfeuer, ihre l?sternen Blicke trafen meine und ihr L?cheln vergewaltigte meine Seele, bannte mich an den Platz, an dem ich mich befand. Verdammte mich dazu, zuschauen zu m?ssen, abzuflackern wie eine Kerze mit zu langem Docht. So stand ich da und beobachtete. Sah mehr, als ich sehen wollte. Sah mehr, als ich ertragen konnte. Ich wei? nicht, was es genau war, Peter, das ich f?r dieses gottgleiche Wesen empfand: in einer bestimmten Weise war ich in sie verliebt, wurde magisch angezogen von ihrer so h?llisch pervertierten Unschuld, die wiederum meine Begierde so sehr reizte, da? es mir schwerfiel, nicht ?ber sie herzufallen in einem gnadenlosen Akt sexueller Gewalt ? einem Akt, der ihre Beine ganz weit auseinanderrei?en w?rde, ihre geile N?sse schonungslos blo?legen w?rde vor meinen Augen und H?nden; einem Akt, der mich in sie eindringen lassen w?rde bis zum Heft, bis zum Anschlag und dar?ber hinaus...und doch: nur tierische, ohnm?chtig geile Tr?ume, Peter! Ich war nicht mehr als eine Marionette an seidenen F?den, war vollkommen ihr Gesch?pf und ihr Werkzeug. Und als sie mir mit Zorans speichelgl?nzendem Schwanz im Mund zuzwinkerte, mir zuzwinkerte, w?hrend Neg-Tais Zunge zwischen ihren Arschbacken verschwand, gefolgt von seinem ganzen Gesicht, das sich mit schmatzenden und saugenden Lauten v?llig in sie hineinzugraben schien, da wurde mir klar, da wurde mir ENDG?LTIG KLAR, da? SIE f?r alles in mir verantwortlich war: f?r alle Gedanken, Gef?hle und Leidenschaften, die sie ganz bewu?t in mir provozierte und auf die Spitze trieb. Doch um WAS zu erreichen? Was war es, das sie damit bezweckte?
Mein Ha? drohte ?berzulaufen. Ich empfand Eifersucht, die mir wie ein Rasiermesser tief ins Fleisch schnitt. Bewegungsunf?hig fletschte ich die Z?hne, knurrte wie ein altgewordener, b?ser Kettenhund; mir str?ubten sich die Nackenhaare. Ich begehrte SIE, ich liebte SIE, und ich w?rde jeden zerrei?en, der ihr zu nahe kam. Doch gleichzeitig sp?rte ich meine Erektion, die sich einen Dreck um meine edlen Gef?hle zu k?mmern schien: es geilte mich auf, ihren Spielchen zuzuschauen. Es war, als w?rde es mich innerlich zerrei?en; ich wiederholte Jakobs Kampf mit dem Engel in meinem eigenen K?rper. Ich sah Neg-Tais Schwanz Tanias Arschbacken peitschen, h?rte sie keuchen, als Zorans Ding aus ihrem Mund glitt und auf ihrer Wange eine feuchte Spur zur?cklie?. Neg-Tai grinste mich an, zeigte mir seinen kleinen Finger und leckte ihn, immer noch mich anschauend, gen??lich ab. Er steckte ihn ihr ohne jede Vorwarnung in den Arsch, und Tania schrie ?berrascht auf ? jedoch ohne damit aufzuh?ren, Zoran weiter mit der Hand zu wichsen, in einem Tempo, als solle er bis zum Saturn abspritzen.
Neg-Tais kleiner Finger fickte sie in den Arsch, und jeden seiner St??e erwiderte sie mit einem Gegensto? ihres s??en Hinterns. Ich wei? nicht genau, wann es mir klar wurde ? aber die Erkenntnis traf mich wie ein Hagelschauer. Ich h?rte sie st?hnen und in ihrer Lust aufschreien; ich sah, wie sie Neg-Tais hei?e Stange in einer flie?enden Bewegung ihrer kleinen Hand in ihrer Pussy versenkte, w?hrend sie ihre Zunge mit Zorans tanzen lie? in einem hei?en, schl?pfrigen Tanz ? aber nichts, das ich sah, konnte mich abbringen von dem, was ich nun wu?te; in einer Art wu?te, als h?tte ich vom Baum der Erkenntnis gegessen:
"?ndert es etwas an dem Spa?, den wir gehabt haben? Es war doch lustig, oder?"
So lange her, als sie das zu mir gesagt hatte, damals, am Ufer des Flusses ("Sie nennen ihn ?Wasserwolkenl?rm".."). WASSERWOLKENL?RM, WASSERWOLKENL?RM ? es ist alles so wirklich, Peter, so REAL! Da ist ?berhaupt nichts, das keine Wirklichkeit h?tte.
"F?r dich ist er CORAZON. F?r mich ist er CORAZON. Das ist der Grund, warum du mit mir hier bist, Keoma: er bedeutet f?r uns beide dasselbe."
Ja, pl?tzlich, ganz pl?tzlich verstand ich SIE, Peter, war nicht l?nger im Unklaren ?ber ihre r?tselhaften Worte. Aber wu?ten sie alle, dass sie hier sterben w?rden?
"ER kann alles f?r uns bedeuten. Es gibt nichts, das ER nicht sein k?nnte. ER ist die GROSSE SCHLANGE. ER ist LUST. ER ist das HERZ. Ohne IHN w?rde nichts sein."
Und ER w?rde alles vernichten - ER? Oh SAG MIR, KLEINE MIRELLA, WER CORAZON IST!
"SIE ist es, Keoma. SIE ist wilder als wir alle zusammen. SIE ist der Dschungel, Keoma.."
Und ihr seid die Doltschins, Mirella, ihr seid die Opfer.
"Sie ist mehr, als du dir vorstellen kannst. SIE h?lt alles hier am Leben."
Und ich habe sie get?tet, Peter. Ich habe ihr im Schlaf die Kehle aufgerissen, mit meinen eigenen Z?hnen ? meiner eigenen Frau. Ich habe es ohne Bedauern getan, und ich KANN nicht mehr zur?ck. Es geschieht etwas, Peter, etwas Phantastisches..
MIRELLA! OH MIRELLA! Warum mu?test du mich das hier allein erleben lassen? Sie h?tte mir Trost spenden k?nnen, Peter; sie h?tte es mir leichter gemacht, all das zu ertragen, was ich sehen mu?te!
"SIE ist CORAZON. Du bist das, was SIE als ihre andere H?lfte bezeichnet. Du wirst eins mit ihr werden ? oder sterben."
R?tliches Licht fiel auf meinen Unterleib. Sie schob meine Hand beiseite und nahm ihn in den Mund, kitzelte ihn mit ihrer Zunge und nagte spielerisch mit den Z?hnen ? eine der Roten des INNEREN KREISES. Sie alle wu?ten, da? sie hier sterben w?rden! Jeder, der den INNEREN KREIS betrat, wu?te, da? er ihn nicht wieder verlassen w?rde. Aber niemanden schien das besonders zu k?mmern. Niemand schien im Entferntesten daran zu denken..
Welche Bedeutung kam ihm hier zu, Peter ? hier, in diesem eigenartigen Teil der Welt?" Peter Bolton blickte Keoma Lewis einen Moment lang verst?ndnislos an.
?Von wem sprechen sie, Keoma? Wessen Bedeutung?"
?Ich spreche von dem, was wir am allermeisten f?rchten, am allerwenigsten vermeiden k?nnen und von dem wir im allgemeinen so tun, als k?nnte es uns niemals pers?nlich ereilen. Falls wir mit anderen dar?ber sprechen, ?ber diesen Gegenstand unseres tiefsten Abscheus, dann tun wir es auf eine distanzierte, abstrahierende Weise ? so, als k?nnten wir ihm dadurch seine grausame, lebensverneinende Intensit?t entziehen.."
?Es ist unser Tod, Keoma."
?Nein, Peter.."
Keomas Blicke wurden wild und unnachgiebig.
?Es ist IHR Tod. Es ist MEIN Tod. Es ist jedermanns PERS?NLICHER, UREIGENER Tod, dem niemand wirklich ins Gesicht sehen will!"
Keomas Gesicht kam dem von Peter nun ganz nahe. Das blaue Licht seiner Augen hob jede Einzelheit von Dr. Boltons Z?gen gnadenlos hervor: die scharf geschnittene Nase, den schmalen, verkniffenen Mund, die hohe, in tiefe Falten gelegte Stirn, den fliehenden Haaransatz, die buschigen, mit grauen H?rchen durchsetzten Augenbrauen, die vielen, geplatzten ?derchen auf der wei?roten Oberfl?che seiner Aug?pfel ? all die kleinen Wegmarkierungen des einsetzenden Verfalls.
Keomas Stimme war leise, verschw?rerisch:
?Doch warum ist das so, Peter? Warum mu? es so sein, alter, sterbender Freund?
Es ist dieses Leben, dieses Dasein, das wir hier gezwungen sind zu f?hren, HIER ? in dieser schlechtm?glichsten aller Welten. Dieses Dahinvegetieren innerhalb sinnloser Phrasen, hohler Attit?den und belanglosester T?tigkeiten ? diese Farce, die wir gesellschaftliches, zivilisiertes Leben nennen. Welcher Widerspruch in sich selbst, mein Freund! Zivilisiertes Leben! Zu lebenden Toten hat es uns gemacht."
?Es ist immer noch dieser Kampf mit dem Engel, nicht wahr, Keoma? Sie liegen immer noch im Widerstreit mit Jakobs altem Engel.. Und es kostet sie sehr viel, es rei?t ihre Identit?t buchst?blich in Fetzen, ist es nicht so?"
Keoma Lewis heulte auf. Er heulte laut und durchdringend auf ? er schrie wie ein zu Tode gehetztes Tier im Dschungel. Seine Stimme erstickte in Tr?nen, Tr?nen wie funkelnde Diamanten.
?Oh ja, Peter! Es ist in meinem eigenen K?rper; es ist grausam und abgrundtief h??lich.. Ich bin auf halbem Weg stehegeblieben; bin nicht mehr Mensch, aber auch noch nicht das, was ich schon damals sein sollte ? was ich mir so sehr w?nschte zu sein! Doch ich bin zu schwach, konnte ihr nicht standhalten.
Ich benutzte die Br?cke, diesen Ausbund meiner Schw?che, und kehrte zur?ck in diese schwache Welt, die so sehr zu mir pa?te; ich kehrte zur?ck als halbes, unfertiges Wesen, nach und nach aller Erinnerung und St?rke von CORAZON beraubt. ?u?erlich gleich denen, denen ich in meiner Schw?che und Feigheit so sehr glich; doch innen, ganz tief innen bereit, alles zu tun.."
Peter Bolton nahm Keomas Kopf zwischen seine H?nde, hielt ihn ganz fest, zwang ihn, in seine Augen zu schauen.
?Doch wenn sie sich sehen k?nnten, Keoma, wenn sie sehen k?nnten, was mit ihnen geschieht, wie sehr sie sich vor meinen Augen verwandeln.."
?GEGENWART UND VERGANGENHEIT VERMISCHEN SICH, PETER. DIE ERINNERUNG IST SO STARK, DASS ICH KAUM NOCH UNTERSCHEIDEN KANN! WAS IST REAL? UND WAS HAT MICH ZU IHNEN GEF?HRT? Die Welten ?berschlagen sich, mein Freund."

"So k?nnte es sein, Keoma. Sie kehren zur?ck in der Zeit, und sie tun das vor meinen Augen! Sie sehen aus, als seien sie mein eigener Sohn, als liefen sie weit mehr Gefahr geboren zu werden als zu sterben. Und sie m?ssen alles erz?hlen, wenn sie allem bewu?t werden wollen. Es gibt keinen anderen Weg."
"Ja, so mu? es wohl sein, Peter. Von dieser H?lle geh?rt mir jeder Quadratzentimeter.
Ich t?tete also meine Frau, meine Frau in dieser Welt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ich tat es ohne Bedauern, ohne den geringsten Anflug eines Gef?hls, tat es, weil es getan werden mu?te. Ich ?ffnete ihre Kehle und trennte mich von meiner Vergangenheit in dieser Welt, bereit aufzubrechen - dunkel ahnend, was ich getan hatte. So kam ich zu Ihnen.."
"Sie gaben ihrer Frau den Tod CORAZONS, nicht wahr?"
"Ich entfernte ihre Grenzen, ja. Ich wandelte sie um, zerschmetterte ihre Schale, zertr?mmerte ihre Erinnerungen. Doch ich tat es, ohne zu wissen, ob sie daf?r bereit war! Ich tat es einem Impuls folgend.."
"..und sind nun in unserer Welt ein M?rder. Ein ganz besonderer M?rder: einer, dem nicht so leicht beizukommen ist. Sie sind ein Raubtier in unserer Welt."
Peter Bolton sagte das ganz n?chtern, v?llig ohne Wertung.
"Was geschah im INNEREN KREIS, Keoma? Welche Bedeutung kam den 'Roten' zu?"
Keoma Lewis war tief in Erinnerung versunken, als er weitererz?hlte:
"Von Ihnen ging alles aus. Ich durfte nicht teilnehmen, war bewegungslos an meinem Platz. Sie gab mich frei - h?rte auf, mich zu lutschen, wie Mirella gesagt h?tte -; ihr rotflackerndes Licht fiel auf meinen K?rper. Sie l?chelte mich an aus ihren gelben Katzenaugen, glitt zur?ck in das Gewimmel der K?rper wie rotgl?hende Lava. Ihr K?rper von nicht so fester Konsistenz, wie es den Anschein hatte. Sie wurde von einer Art unsichtbarem Sog erfa?t, dessen Quelle im Zentrum des INNEREN KREISES auszumachen war. Ich sah Tanias leidenschaftlichen, schwei?gl?nzenden K?rper, sah, wie ihre Bewegungen v?llig unkontrolliert wurden. Ich sah, wie SIE sich aufb?umte in einem gewaltigen Orgasmus, keuchend, st?hnend und wimmernd. Ich sah Zorans Sperma, das sich im Gespinst ihrer langen, gl?nzenden Haare verfing.
Und das Licht begann sie alle zu verzehren. Es brach sich Bahn aus ihren rotgl?henden K?rpern, wurde zu verzehrenden Flammen, die gierig um sich griffen, um andere K?rper zu erfassen - violette, blaue, schwarze, alle Farben der Welt - K?rper, die nicht innehielten in ihren orgiastischen, kopulierenden Zuckungen, v?llig entkleidet jedes auf sich selbst begrenzten Ich-Empfindens. Es war ein gro?artiges Sterben, das sich vor meinen Augen vollzog!
Ich h?rte mich selbst schreien, mein Entsetzen, meine Freude hinausschreien angesichts dieses gigantischen Schauspiels, das den INNEREN KREIS selbst entkleidete von seiner urspr?nglichen Form, ihn hinausschleuderte aus Zeit und Raum: ich sah die gewaltig kreisenden, sich verschlingenden Wasser.. in-und ausw?rts kreisend, mit und entgegen der Zeit, und damit: jenseits aller Zeit.. Der ewige Malstrom, der allvernichtende und allerhaltende innere Kreis.
Es scho? in dieses Zentrum, mein Bewu?tsein. Es kreiselte und wirbelte um seine eigene, festgef?gte Achse. Zersplitterte in Tausend, zersplitterte in Abertausend. Nicht zu z?hlen und doch v?llig eins, als ich IHR in die Augen sah, IHR Gesicht nur zwei Handbreit von meinem entfernt, mild und sanft l?chelnd, eingerahmt von ihrem engelgleichen Haar.

"Beruhige dich doch, Keo, beruhige dich!"
Sie redete mir zu wie einem ver?ngstigten Kind, einem Kind, das gerade aus einem schlimmen Traum erwacht ist. Ihre H?nde hielten mich an den Schultern fest, dr?ckten mich auf den Erdboden. Der Mond stand ?ber ihrem Kopf und verlieh ihrem Haar einen seltsamen, unirdischen Glanz.
"Oh mein Gott, sag nicht, da? ich nur getr?umt habe! Nein, SAG, DASS ICH NUR GETR?UMT HABE! Aber rette mich vor diesem Wahnsinn.."
Doch ich war immer noch dort, Peter. Ich war immer noch im Dschungel. Solange ich dort war, mu?te ich mit allem rechnen. Und alles passierte.."

*

Z E L L E B E N E

FEUER

?Es war Moos, was sich unter mir so weich anf?hlte. K?hle Nachtluft strich ?ber mein Gesicht und meinen K?rper. Ich konnte sp?ren, wie sich die H?rchen aufrichteten. Ich sp?rte ihre Schenkel zu beiden Seiten meines K?rpers, ihr nackter Po ber?hrte ganz leicht meinen Bauch. Ich zitterte, ohne etwas dagegen tun zu k?nnen. Ich zitterte nicht, weil mir kalt war.
"Ruhig, Keo. Ganz ruhig.."
Ihre Hand strich sanft ?ber meine Stirn; ihr Haar schimmerte wie Elfenfeuer im Mondlicht.
"Es war nur ein Traum, nur ein schlimmer Traum. Hier bist du in Sicherheit, Keo."
Die Nacht war klar, und der Mond schien sehr hell. Er schien nicht so hell wie das lebendige Feuer der Roten, doch ich konnte alles in meinem Gesichtskreis recht deutlich, wenn auch in der Entfernung nicht mehr ganz so detailgenau, erkennen. Doch ich hatte nur Augen f?r ihr Gesicht, das wie der Mond ?ber mir hing. Ihre Z?ge waren von so vollendeter Sch?nheit, dass es mein Herz rasen machte wie ein kleines wildes Tier, das in einer viel zu engen Brust eingesperrt ist. Ich merkte, wie mir alle Gedanken entglitten.
Unendliche M?digkeit ergriff von mir Besitz.
"Ich wei? nicht mehr, was ich glauben soll.."
Ich sp?rte, wie mir Tr?nen in die Augen stiegen.
"Wann und wo habe ich dich zuletzt gesehen? Woher wei? ich, dass du wirklich bist? Ich bin nicht einmal mehr sicher, ob ich dir ?berhaupt vertrauen kann.."
Sie schaute mich mit einem mitleidenden, doch gleichzeitig herablassenden L?cheln an.
"Was bleibt dir schon ?brig, Keo? Willst du heulen und weglaufen ? ganz allein hier im Dschungel? Und vor wem willst du weglaufen? Vor einem M?dchen, das j?nger ist als du? Sei kein Feigling!"
Ich kam mir pl?tzlich unglaublich albern vor. Vielleicht war es wirklich nur ein besonders intensiver Albtraum, der mich so sehr beunruhigt hatte, dass ich jetzt noch unter seinen Nachwirkungen litt. Je mehr ich dar?ber nachdachte, desto wahrscheinlicher erschien es mir. Zoran, Neg-Tai, Ronn, Ortagg, Mirella ? alles nur Ausgeburten eines fiebrigen Traumes, ausgel?st durch den schockartigen ?bertritt in Tanias Welt. Es konnte nicht anders sein..
"Ich bin ohnm?chtig geworden, nicht wahr? Ich mu? lange geschlafen haben.."
"Lange genug, Keo. Es ist dunkel geworden, und es hat aufgeh?rt zu regnen."
Jetzt war es an mir, SIE anzul?cheln...
"Wenn du w??test, was ich alles getr?umt habe! Wenn du w??test, was ich von dir getr?umt habe, Tania!"
"Vielleicht wei? ich es.."

Ich sp?rte die Rundung ihres Hinterteils nun deutlicher an meinem ?Bauch. Ihre Backen waren warm, und ihre Haut war wie Samt. Ihr warmer Atem streichelte mein Gesicht. Ich f?hlte, wie er sich aufrichtete, und ich hoffte, dass es ihr entgehen w?rde..
"Willst du etwas damit anfangen?"
Sie schmunzelte.
"Oder willst du die Chance ungenutzt vorbeistreichen lassen?"
Die Schamesr?te stieg mir ins Gesicht. Es war mir peinlich, und hilfloser Zorn ?berflutete mich in hei?en Wellen:
"V?geln! Verdammt! Ist das alles, woran du denken kannst?"
Tania schaute mich verbl?fft, ja fast best?rzt an. Es tat mir weh, diesen Ausdruck in ihrem Gesicht zu sehen.
"Ist es mehr oder weniger wert als etwas anderes?"
Ich kam mir so schrecklich d?mlich, so unglaublich dumm vor. Beinahe h?tte ich mich entschuldigt, aber das lie? mein Stolz nicht zu.
"Nein, das nicht. Aber es gibt noch soviele andere Dinge, die man tun kann."
Sie l?chelte mich verschmitzt an.
"Gibt es viele Dinge, die soviel Spa? machen?"
Was sollte ich antworten?
"Nenn mir nur eines, Keoma. Nur eines ? und ich lasse dich in Ruhe. Bis dahin..."
Ihre Hand wanderte ?ber meine Brust, ber?hrte meinen Bauch. Ihr kleiner Finger glitt in meinen Nabel...
"Nur eines, Keo.."
Sie fl?sterte. Ihre Stimme kam von ganz nah, ihr Atem streifte warm meine Haut. Ich zuckte zusammen, als ihre Lippen meine ber?hrten. Half es, die Augen geschlossen zu halten? Wollte ich ?berhaupt irgendetwas dagegen tun?
Ihr langes Haar ber?hrte meine Wangen, umfing mein Gesicht wie ein Schleier, der uns beide vor allem anderen im Dschungel verbarg. Ihre Zunge glitt zwischen meine Lippen, ertastete meine Z?hne. Meine H?nde ber?hrten ihre H?ften. Ihr Atem flog warm in meinen Mund. Ihre Finger umfa?ten meinen Steifen, lenkten ihn dahin, wo sie ihn haben wollte, und sie spie?te sich an mir auf mit ihrer hei?en, unglaublich saftigen Feige. Ihre festen Schenkel gaben mir die Sporen, ihre Fersen pre?ten sich in die Stelle oberhalb meiner Kniekehlen, und mein Hintern bewegte sich von ganz alleine auf und ab. Sie war so hei?, sie war so na?! Sie v?gelte mich mit ihrer schl?ngelnden, feuchten Zunge in den Mund, w?hrend mein hartes Ding ihre Spalte rammelte, als h?tte ich nie etwas anderes gemacht.
"Sag's mir, Keo..", st?hnte sie in mein Ohr. "Sag mir, was du da tust. Sag, was du mit mir anstellen willst.."
Ich dachte nicht ?ber das nach, was ich ihr sagte, ihr zukeuchte. Ich dachte nicht nach ?ber das, was ich tat. Ich war ein wildes Tier, das nur noch aus Muskelfasern und Nervenenden bestand, ein Tier, dessen augenblicksgebundene Gehirnfunktionen ganz und gar auf's V?geln ausgerichtet waren. Alle guten Geister hatten mich verlassen: ich brannte wie ehemals London.
"Ich...ich fick dich, Tania. Ich werd` ihn dir solange in deine kleine, geile Fotze sto?en, bis es dich zerrei?t, bis..er dir hinten wieder rauskommt! Ich werd` dich solange sto?en, bis du kommst. Ich will dich abgehen sehen wie 'ne Rakete, dich so sehr pimpern, dass du mich anpinkelst, wenn du fertig wirst.."
Sie mochte es, wenn ich obsz?n redete. Sie war wirklich eine kleine Sau. Es verlieh ihr Fl?gel, und was ihr Schwingen verpa?te, machte auch mich zum ?bergeilen gefallenen Engel. Ich feierte meinen Rauswurf aus dem Paradies auf wahrlich g?ttliche Weise, und ich vers?umte keine Sekunde, der H?lle den geforderten Tribut zu zahlen. Es bereitete mir eine teuflische Freude, meinen Pflichten gewissenhaft uners?ttlich nachzukommen, und Tanias lustvolles Keuchen, St?hnen und Wimmern, das unerm?dliche Arbeiten ihrer H?ften verleiteten mich zu der Annahme, dass es auch ihr eine nicht geringe Genugtuung verschaffte, die in ihrem stillen K?mmerlein wichsenden G?tter vielleicht einmal hinter ihrem Ofen hervorlocken zu k?nnen.
"...nicht ganz das, was ich will.."
Ich bekam nur die H?lfte mit von dem, was sie mir sagen wollte, sp?rte aber allzu deutlich, wie ich aus ihr herausrutschte hinein in die k?hlen Str?me der Nachtluft, vertrieben nun auch aus dem Paradies der feuchtwarmen W?nde ihrer himmlischen Pussy. Sie aber kam ?ber mich wie ein Wirbelsturm, pre?te ihre bet?rend duftende Muschel auf mein Gesicht, und w?hrend sie ? fast aufrecht auf mir sitzend, ihre pr?chtigen Arschbacken genau ?ber meinen hemmungslos genie?enden Augen ? meinen Schwanz mit der Hand weiter massierte, forderte sie mich ganz unverhohlen auf, alles Gute aus ihr rauszulecken. Und da war eine Menge Gutes, Peter!
Mein Gesicht wurde dabei ganz na?, na? und warm wie von hei?er Vanilleso?e. Tania rubbelte und rutschte wie wahnsinnig ?ber meine Nase, meine Lippen und meine Zunge: ich verlor mich im Zauber ihres Duftes wie H?nsel und Gretel im finsteren Wald ? und gleich ihnen a? ich all die leckeren Sachen.

Es gelang mir nur schwer, nicht die Kontrolle zu verlieren ? es wunderte mich, dass es mir ?berhaupt gelang (schlie?lich w?hnte ich mich frei von derartigen Erfahrungen, und alles, was ich diesbez?glich erlebt hatte, glaubte ich nur im Traum erlebt zu haben). Ich hatte gr??te M?he, unter ihren so geschickt kitzelnden und streichelnden H?nden, zudem noch forciert durch den sinnesberaubenden Eindruck ihrer au?er Rand und Band geratenen, z?gellos wilden Muschi auf und ?ber meinem Gesicht, nicht zu kommen.
Doch es gelang mir, den kritischen Punkt dreimal zu ?berwinden, und dann f?hlte ich mich f?hig, diesen Wahnsinnsst?nder f?r immer zu halten. Meine Finger hatten sich entschlossen in ihren Hinterbacken festgekrallt, und das war der Augenblick, als ich mich f?r ihr kleines Arschloch zu interessieren begann, das ?ber meinen Augen seinen wilden Tanz vollf?hrte. Ich wei? nicht, wie und warum es geschah, aber w?hrend ich Tania weiter mit meinen Lippen bearbeitete, konnte ich meinen Blick nicht mehr von diesem kleinen, seltsamen Ding abwenden. Es erregte mein lebhaftes Interesse. Es tanzte vor meinen Augen, es tanzte in meinem Kopf: ihr kleines Arschloch ging mir nicht mehr aus dem Sinn.
Doch was damit anfangen? Was war die Bestimmung dieses kleinen, zarten Loches? Ich beschlo?, meinen Instinkten zu trauen, und k?hn wie Siegfried lie? ich ihre rechte Backe meiner Hand entgleiten, um mit meinem Zeigefinger ? ganz vorsichtig und zart wie eine Feder ? ?ber diese runzlige, etwas dunklere Stelle ihrer Haut zu streichen.
Wie ein Blitz durchzuckte es ihren K?rper, ihre triefende M?se pre?te sich noch fester auf mein Gesicht (f?r einen Moment lang wurde es nachtschwarz vor meinen Augen; meine Nase bohrte sich in sie hinein wie ein w?tender phallischer G?tze, und ihr elfengleicher Duft schien mich zu bet?uben) ? und ich h?rte Tania so laut und woll?stig keuchen, als h?tte ich sie soeben ohne Umwege dahin geschickt, von wo kein Pfad mehr zur?ckf?hrt, dahin, wo einem die ?pfel das kr?ftigste Rot in die Pupillen ballern und die Kirschen am saftigsten sind.
Meinen Kleinen pre?te sie dabei so fest in ihrer Hand, als wollte sie, dass die Banane wie ein Pfeil aus der Schale flutscht.
"Oh Keo, mach das nochmal!"
Ihre Stimme ?berschlug sich fast vor Erregung, und bevor ich antworten, bevor ich handeln konnte, war ?ich" verschwunden im feuchtwarmen, tropischen Paradies ihres Mundes, regelrecht verschlungen in einem St?ck, und das liebkosende Spiel ihrer ?beraus geschickten Zunge schleuderte mich nun v?llig vom Teller. Ich war nicht mehr sicher, wo, wer und was ich war, noch wo sich der mich als irgendetwas identifizierende Sitz meines Bewu?tseins befinden konnte. Mein Ich schlingerte auf einer metaphysischen Kreisbahn in und um meinen galaktischen Leib, befand sich mal hier und mal dort, mal in meiner Nase, mal in meinem Schwanz, dann in meinem Bauchnabel ? und das alles geschah in einer irrwitzigen Geschwindigkeit, in einer aberwitzigen Wahnsinnsfahrt gleich einer bescheuerten Achterbahn auf Amphetamin.
Meine Nackenmuskeln traten hervor wie Drahtseile, mein fickiger Kopf hob vom Erdboden ab wie ein Shuttle, und meine rosarote Zunge kreiste wie ein Satellit um den Gegenstand meiner Begierde. Ihre wundervolle Rosette erinnerte mich an die farbenpr?chtigen Rosetten altehrw?rdiger r?mischer Kathedralen: ich sah das Sonnenlicht funkeln und glitzern in ihren fantastischen Buntglasscheiben, meine Ohren vernahmen g?ttliche Chor?le, die nur ich h?ren konnte, und meine Geilheit negierte alle bestehenden Grenzen. Die himmelsersch?tternden Arien ihrer Lustschreie versetzten mich in einen Zustand weit jenseits aller Ekstase: ich war ein Wolf, ich war ein Cerberus, ich wurde zum Minotaurus ihrer brahmanischen Lust und ihrer h?llischen Geilheit.
Ihr Feuer brannte in meinen Eingeweiden wie ein reinigendes Fieber, es brannte alles aus mir heraus, was schlecht und ungesund, was zivilisiert war in mir.
Ihr Feuer setzte all die dunklen, tabuisierten Zonen in glei?endes, alles erfassendes Licht. Nichts schien mehr undenkbar, nichts war tabu.
"Leck sie beide!"
Ich h?rte SIE so klar und deutlich, als h?tte SIE direkt in mir gesprochen ? fast so, als h?tte ich mich selbst dazu aufgefordert, es zu tun.
Dennoch z?gerte ich; noch unsicher darin, was m?glich war.
"Tu es jetzt! Mach's mir gleichzeitig vorn und hinten!"
Ich konnte SIE deutlich verstehen, ohne dass SIE meinen Schwanz auch nur f?r eine Sekunde aus ihrem Mund gleiten lie?. Dieses Ph?nomen besch?ftigte mich nicht ? irgendwie war es einfach, irgendwie war es so klar ? es konnte nicht anders sein. Doch wie konnte ich das f?r sie tun, was SIE von mir verlangte?
"Hat Mirella dir so wenig beigebracht?"
KEIN TRAUM! NICHTS von all dem hatte ich GETR?UMT! Aber jedes einzelne Element meiner Wahrnehmung war nun genauso wichtig oder unwichtig wie alles andere ? mein Geist erlebte eine faszinierende Symbiose: ich/sie/alles war ungeteiltes, schrankenloses Bewu?tsein..kaleidoskopartiges ?Denken" und unmittelbar sich vollziehendes Handeln ? Mirellas Worte waren damals, klingen jetzt und klingen ewig:

Du bist ein Noggta, Keoma. Du kannst es leugnen; Du hast sogar die Macht, dich zu verstellen und schwach zu sein..
Du hast die gespaltene Zunge, Keoma. Du hast Z?hne, scharfe Z?hne. Du bist, was du sein willst. Es ist in dir. Du allein kannst es herauslassen...

Und ich sp?rte, wie die Energie mich bei der Wurzel meiner Seele packte: nichts, das nun noch unm?glich gewesen w?re. Alles war v?llig unter der Kontrolle ?meines" Bewu?tseins...und gleichzeitig ganz und gar au?erhalb von mir. Es packte mich mit einer Gewalt ohnegleichen, pre?te eine Macht in mich, die ?ber das Fassungsverm?gen dieses K?rpers hinauszugehen schien, ihn f?r einen Moment ? doch nur f?r einen Moment ? mit schierer Todesangst erf?llte, um unvermittelt umzuschlagen in ekstatische, kristallklare Freude, als ich meine unglaublich bewegliche Zunge gleichzeitig in beide der schl?pfrigen ?ffnungen versenkte, die Tania mir so bereitwillig darbot. Ein geiles Zucken durchfuhr ihren g?ttlichen K?rper, der Schwei? ihrer Arschbacken rann mir ins Gesicht, und das woll?stige Saugen ihrer Lippen und Zunge lie? die Flamme in meinem Unterleib h?her und h?her schlagen.
"Bitte...bitte spritz mir in den Mund!"
Ihr Wunsch vibrierte in jeder Zelle dieses einen K?rpers, dieser einen Seele, dieses einen gewaltigen unendlichen Begehrens in diesem auf so magische Weise geschlossenen Kreises (der allvernichtende und allerhaltende INNERE KREIS..), und sie kam und ich kam und wir kamen in einem hei?en Bogen ewiger Lust, bevor auch noch dieser letzte verh?ngnisvolle Rest meiner Menschlichkeit h?tte gewandelt werden k?nnen, der einzig in einer Erinnerung an etwas bestand, das zu weit ?ber meinem begrenzten Verstand lag, als dass ich es h?tte fassen k?nnen (..sah die gewaltig kreisenden, sich verschlingenden Wasser.. in- und ausw?rts kreisend, mit und entgegen der Zeit...) und dessen lebendiger Teil ich doch war, seit Anbeginn der Zeit..."

*

ERDE

?Ich kehrte also zur?ck in diese Welt, f?r die ich nur drei Stunden lang ohnm?chtig gewesen war infolge eines Hitzeschlags. Ich kehrte zur?ck in diese Welt der N?chternheit und des Verstandes als Schwacher unter Schwachen, anfangs noch unter dem Eindruck seltsamer Erinnerungen und unerkl?rlicher Tr?ume, die mich aus dem Schlaf hochschrecken und zweifeln lie?en an der Wirklichkeit dieser Welt, sp?ter jedoch immer sicherer werdend, dass es lediglich Halluzinationen gewesen sein konnten, Halluzinationen gewesen sein MUSSTEN, die mich so nachhaltig beeindruckten.
Schlie?lich: was w?re die Alternative gewesen, Peter? Ich konnte nicht zweifeln an meinem Verstand, ohne meine Verr?cktheit annehmen zu m?ssen, und so machte ich meinen Alltag wieder zur vertrauten Religion: ich verdr?ngte alles, was nicht in dieses System hineinpa?te und verga? schlie?lich restlos alles, was ich erlebt zu haben glaubte.
Nur meine ver?nderte Augenfarbe blieb eine seltsame Anomalie, die mich jedesmal zusammenzucken lie?, sooft mein Blick in den Spiegel fiel. So vermied ich es schlie?lich ganz, mein Spiegelbild zu betrachten, um die unerkl?rliche Unruhe, die mich jedesmal befiel, zu verhindern. So blieb ich in meinem Innern zutiefst gespalten, w?hrend ich mich an der Oberfl?che bem?hte, so zu sein und so zu leben wie jeder andere, zu leben in einer lauen Welt, die arm war an existentiellen Erfahrungen und nur im finalen Tod ihre existentielle Erf?llung zu finden schien."

?Mein Leben d?mpelte also gleichsam dahin wie ein Kahn auf stiller See, den immer wiederkehrenden einschl?fernden Ereignissen eines tristen Alltags begegnend, sich in Sicherheit und nichtssagender Behaglichkeit wiegend auf einem unendlichen Ozean der Dekadenz und Langeweile. Zwanzig Jahre lang, die mir erschienen wie zwanzig ereignislose Monate, bis ? ja, bis schlie?lich doch noch etwas geschah...
Es war vor zehn Tagen gewesen, als ich wie jeden Morgen an der Bushaltestelle stand.
Einer dieser kalten und nebligen Novembertage, die das Blut z?hfl?ssig machen und diese seltsame, kribblige Spannung in der Kopfhaut erzeugen. Ich hatte einen langen und langweiligen Arbeitstag vor mir, als der Bus hielt und ich durch die Hydraulik der sich ?ffnenden T?ren aus meinen Gedanken hochschreckte.
Sie trug einen blauen Regenmantel und ich war sicher, dass sie darunter nackt war. Als sie mich anl?chelte, konnte ich nicht das geringste dagegen tun: die Tr?nen schossen mir in die Augen und ich konnte sie durch den Schleier nur noch undeutlich erkennen. Ihre Hand ber?hrte sanft meine Schulter.
"Keoma..", sagte sie leise.
Hier war ich mein ganzes Leben lang Ken, und wenn ich meinem Verstand glauben wollte, war ich nur drei Stunden meines Lebens ? drei Stunden von vierzig Jahren ? Keoma gewesen. Das Gef?hl, in einen tiefen Schacht zu fallen, w?hrend sich die Zeit um mich herum verdichtete und meinen Fall genauso auffing wie sie meine Bewegungen verlangsamte, wurde ?berm?chtig. Doch ich stand da und ein Wesen aus einem lange zur?ckliegenden Traum sprach mich mit meinem einzigen Namen an, dem einzigen, der f?r mich z?hlte - und beinahe augenblicklich sah ich Dinge, die ich lange vergessen zu haben glaubte, lebendige Bilder eines wilden, ungez?hmten Landes.
Mein Blick kl?rte sich und ich nahm die ungl?ubigen Blicke der Passanten wahr, die die seltsame Reaktion des ?lteren Herren angesichts des jungen M?dchens verstohlen beobachteten. Tania sah aus wie damals, als ich sie das erstemal auf Island gesehen hatte: die Zeit war spurlos an ihr vorbeigegangen, w?hrend ich wohl um mehr als zwanzig Jahre gealtert sein mu?te.
"Du erinnerst dich also noch an mich ? obwohl du wohl kaum an meine R?ckkehr geglaubt hast."
Sie strich mit ihrer Hand durch mein Haar, spielte mit den Fingern in meinem Nacken.
"Du hast dich ver?ndert."
Ich war unf?hig, mich zu bewegen oder auch nur irgendetwas zu entgegnen, war wie vom Schlag ger?hrt. Sie beugte sich dicht zu meinem Ohr und fl?sterte:
"Wenn du bereit bist, kommst du, ja?"
Ich sp?rte ihre Lippen auf meinem Mund und ihre Zunge drang warm und zart ein wie der flatternde Fl?gel eines Schmetterlings. Tania l?ste sich und verschwand in der Menge, bevor ich mich aus meiner Starre befreien konnte. Es war, als w?re sie nie dagewesen.
Doch als ich bereits an meinem Erlebnis zweifeln wollte, konnte ich sie ganz deutlich in mir h?ren:
"Du kennst den Weg, Keo.."
Alles, was dann geschah, wei?t du bereits, Peter. Nun aber schlie?t sich der Kreis. Ich f?hle es ganz deutlich. Von Anfang an hat es so sein m?ssen.."

*

?Dr. Bolton k?mpfte sichtbar um seine Beherrschung, als er nun entschlossen das Wort ergriff. Er wirkte wie ein Ertrinkender, der sich m?hsam an alles anklammert, das ihm irgendeinen Halt verspricht:
?Lassen sie mich doch noch einmal zusammenfassen, Keoma. Also: da kam am fr?hen Nachmittag ein Klient zu mir, mit dem ich wegen irgendwelcher Eheprobleme reden wollte. Dieser Klient verdeutlichte mir anhand einer aberwitzigen, faszinierenden und zutiefst verst?renden Geschichte, dass die Wurzel seiner Eheprobleme in einer Zeit zu suchen ist, die knapp zwanzig Jahre zur?ckliegt ? also in einer Zeit, zu der dieser Klient seine Ehefrau noch nicht einmal kannte ? und volle drei Stunden seines ganzen Lebens umfa?t, die er zudem ohnm?chtig in einem Hospital auf Island verbracht hat.
Dieser Klient hat, wenn ich seiner Erz?hlung Glauben schenken darf ? und das tue ich..ja, ich glaube wirklich, das tue ich, Keoma ? in diesen drei Stunden seiner Ohnmacht mehr erlebt als andere in einem ganzen Leben.
Ja, mehr noch: er hat etwas erlebt, das sein ganzes Leben in einer Art und Weise durchdringt, dass s?mtliche biologischen und physikalischen Gesetze hier vor meinen Augen ad absurdum gef?hrt werden. W?hrend ich nun unaufhaltsam altere, werden sie, Keoma, vor meinen eigenen Augen j?nger und sehen aus, wie sie wohl damals auf Island ausgesehen haben m?ssen ? das hei?t, dass an ein und demselben Ort die Zeit in zwei entgegengesetzte Richtungen l?uft, mit und entgegen dem Zeitpfeil..in diesem B?ro!
Weiterhin: dieser Klient hat nicht allein seine eigene Frau auf aus meiner Sicht bestialische Weise get?tet ? nein, er hat mich auch dazu gebracht, dass ich dieses Verhalten aus der Logik und Folgerichtigkeit seiner Erz?hlung nachvollziehen, ja sogar fast billigen kann. Sie haben mich quasi in eine Komplizenschaft gezogen, die f?r mich unaufl?sbar ist, denn ? ich wei? nicht, wie ich es ausdr?cken soll.."
?Es hat nichts mehr mit ihrem Verstand zu tun, Peter. Lassen sie ihn einfach los.."
Peter Boltons Gesichtsz?ge verkrampften sich. Vor Keoma Lewis sa? ein Mann, der mit aller Macht darum k?mpfte, nicht den Verstand zu verlieren.
?..denn ich w?nsche mir, dass all das wahr ist, was dieser Klient mir erz?hlt, ohne zu wissen, warum ich mir w?nsche, an diese Unm?glichkeiten zu glauben, von denen ich...einige..ja sogar...ich habe einige mit eigenen Augen..."
Keoma Lewis beugte sich vor und hielt Peter Bolton bei den Schultern, redete ihm leise zu:
?Lassen sie ihn los, Peter. Er kann ihnen nun keinen Dienst mehr erweisen. Er kann lediglich ihren Geist zerst?ren, wenn sie weiter an ihm festhalten.."
Peter Bolton wimmerte nun wie ein kleines Kind, bem?hte sich, die Sprache wiederzufinden, starrte Keoma aus tr?nen?berstr?mten Augen hilfesuchend an:
"Dieser Klient, Keoma...h?ren sie..was wird er nun..tun? Wissen sie, Keoma: er hat..er hat ALLES zerst?rt, woran ich MEIN GANZES LEBEN LANG GEGLAUBT habe. Er kam einfach hier herein und zerst?rte mein ganzes Leben und..
Was werden sie NUN TUN, Mr. Lewis??!

Peter Bolton lag nun in Keomas Armen wie ein kleines Kind, zutiefst verunsichert und ?ber alle Ma?en hilflos, nahe daran, rettungslos wahnsinnig zu werden.
"Ich werde von hier fortgehen, Peter...und gleichzeitig werde ich f?r immer bleiben, denn wohin sollte ich gehen?"
Keoma l?chelte. Seine kristallblauen Augen betrachteten einen Punkt, der nicht im Raum war.
"Ich werde gehen und, wenn sie wollen, Peter, nehme ich sie mit.."
Peter blickte hoffnungsvoll auf, beruhigte sich langsam, begann, an die M?glichkeit einer Unm?glichkeit zu glauben:
"Sie werden zur?ckkehren nach CORAZON? Sie wollen es wagen..und alles zur?cklassen?"
"Da ist nicht viel - f?r niemanden. Hier werden sie nur sterben."
"Und dort, Keoma? Was ist dort?"
"Dort ist alles m?glich..."
Keoma schaute Peter Bolton bestimmt an:
?Es ist die einzige Wahl, die sie haben, Peter: sie k?nnen hierbleiben.."
Er l?chelte spitzb?bisch. ?..oder mitkommen. Mir ist es gleich."
?Doch wie wollen sie DIE T?R finden, Keoma? Und wenn sie die T?r finden, werden sie DEN WEG wissen?"
Keoma lachte laut auf, er lachte aus vollem Hals..
?DIE T?R, Peter...DIE T?R ist ?berall. Es gibt keinen Platz auf dieser Welt, wo sie nicht w?re! CORAZON ist das Herz der Welt. ER ist in ihrem tiefsten Inneren verborgen, und SEINE T?REN f?hren in alle m?glichen Welten. Den INNEREN KREIS habe ich niemals wirklich verlassen, denn TANIA und KEOMA sind nur die zwei Seiten einer einzigen Medaille. Wo SIE ist, bin auch ICH, und wo WIR sind, da ist CORAZON.
Unz?hlige Welten durchdringen einander, und zwischen allen gibt es T?ren.Es braucht nicht mehr als den unbeugsamen Willen, sie durchschreiten zu wollen.
Den WEG zu den DOLTSCHINS aber...DEN WEG habe ich vor langer Zeit markiert. Ich kann ihn nicht verfehlen, denn in meinem HERZEN bin ich noch immer dort."
Und Peter Bolton mit seinem begrenzten menschlichen Verstand begann tats?chlich zu verstehen - begann zu verstehen, weil er das Mental frei flie?en lie?, es nicht anklammerte an angelernten Fixpunkten:
?Und CORAZON ist nichts anderes als das HERZ, nicht wahr? Es macht keinen Unterschied, ob sie gehen oder bleiben, denn sie sind immer dort, weil sie in ihrem tiefsten Inneren identisch sind mit CORAZON?"
Keoma nickte.
?Der Unterschied liegt in der Manifestation, im Bewu?tsein. Es macht im Grunde keinen Unterschied, ob ich dort lebe oder hier sterbe. Doch wenn ich BEWUSST bin, bin ich F?HIG. Was mein Bewu?tsein umschlie?t, kann es erreichen. Hier, auf dieser Erde, erscheint die Welt als Begrenzung: es ist der dunkle Ort der Unm?glichkeiten, der Ort der zahllosen DU-KANNST-NICHT und DU-DARFST-NICHT. Doch bin ich BEWUSST, Peter, bin ich F?HIG; und wenn ich F?HIG bin, w?re ich dumm, hierzubleiben, wenn es noch andere Welten gibt."
?Doch werde auch ich F?HIG sein, dort zu ?berleben?"
?Wer kann sagen, wozu sie f?hig sind, Peter? Es h?ngt von ihrem Bewu?tsein ab. Drinnen und drau?en ist nichts au?er CORAZON mit seiner unendlichen sch?pferischen Freiheit. CORAZON ist einer; da ist nichts au?er IHM."
In diesem Moment fiel alle Angst von Peter Bolton ab. Irgendwie schien nun alles so klar, so unglaublich einfach zu sein..
?Doch was ist zu tun, Keoma? Wie ?ffnen wir die T?R?"
Keoma lachte ein letztes Mal.
?Nichts ist zu tun, Peter. Wir gehen einfach.."
Peter Bolton lachte ebenfalls.
?Ja, Keoma. Wir gehen, weil wir gehen wollen. Es gibt nichts Einfacheres."
So standen sie auf und gaben sich die Hand. DIE T?R aber ?ffnete sich ganz weit - und der Dschungel brach mit Macht in unsere Wirklichkeit."

*

?Ein Medium, das man auf die seltsamen Ph?nomene angesetzt hatte, sagte etwas von einer T?r, die nicht richtig geschlossen worden w?re und aus der, wenn man nicht aufpa?te, alles m?gliche hereinkommen k?nnte, alles m?gliche..
Die Eingangst?r zu Dr. Boltons ehemaligem B?ro wurde kurzerhand zugemauert, nachdem die Ph?nomene kein Ende nehmen wollten.
Schlie?lich: sicher ist sicher!"

*

"Der Tod ist kein Feind, auch wenn er es zu sein scheint. Der Tod ist nicht unser Zerst?rer, auch wenn wir dies glauben."
?Was ist er denn, wenn nicht unser Zerst?rer?" fragte ich.
?Die Zauberer sagen, der Tod ist der einzige w?rdige Gegner, den wir haben", antwortete er. ?Der Tod ist unser Herausforderer. Um seine Herausforderung anzunehmen, sind wir geboren ? ob Durchschnittsmenschen oder Zauberer. Die Zauberer wissen davon; die Durchschnittsmenschen nicht."
?Ich selbst w?rde sagen, Don Juan, dass das Leben, und nicht der Tod, die Herausforderung ist."
?Das Leben ist der Proze?, mittels dessen der Tod uns herausfordert", sagte er. ?Der Tod ist die aktive Kraft. Das Leben ist die Arena. Und in dieser Arena stehen immer nur zwei K?mpfer zur gleichen Zeit; man selbst und der Tod."
?Ich w?rde meinen, Don Juan, dass wir Menschen die Herausforderer sind", sagte ich.
?Ganz und gar nicht", erwiderte er. ?Wir sind passiv. Denk einmal dar?ber nach. Wenn wir uns bewegen, dann nur, weil wir den Zwang des Todes f?hlen. Der Tod bestimmt das Tempo unserer Handlungen und Gef?hle, er st??t uns erbarmungslos weiter, bis er uns zerbricht und den Kampf gewinnt, oder aber, wir erheben uns ?ber alle M?glichkeiten und besiegen den Tod.
Die Zauberer besiegen den Tod, und der Tod erkennt die Niederlage an, indem er die Zauberer freigibt, um sie nie wieder herauszufordern."

Carlos Castaneda, Die Kraft der Stille

7.11.05 09:00


Der Avatar als Spielfigur (RPG's)

Die Z?hmung
- Vorspiel -



Die anderen Seiten der Wirklichkeit

- Zentrale Stellen von ?Doltschin" (aus den Kapiteln 9-6) -



?Joes Stimme holte mich zur?ck und ich bekam mit, wie etwas, das schrie, nun langsam verebbte. Einen Augenblick lang hatte ich das be?ngstigende Gef?hl, ?ber mir selbst zu stehen - au?erhalb von mir - und die ganze Szene aus der Vogelperspektive zu beobachten: Ich sah Joe, der ungeduldig wartend, fast schon ver?rgert neben mir stand und auf mich (?) einredete. Ich sah mich (?) - einen Jungen, der krampfhaft die Augen geschlossen hielt (und die F?uste geballt, mit an den K?rperseiten anliegenden Armen). Ich sah, wie dieser Junge vor Anspannung die Z?hne bleckte. Und ich sah zwei H?nde, die wie Klauen vorschossen (Joes H?nde, es waren JOES H?NDE!!) und diesem Jungen (er hei?t Ben, mein Gott, ES IST BEN!!!) Ober- und Unterkiefer auseinanderstemmten, ihn ge?ffnet hielten (WASHATDERHUNDWASHATDERHUND??), w?hrend der dritte Junge, derjenige, dessen Hitze unertr?glich war (DIE AHORNB?UME GERIETEN IN BRAND, DIE SPIELENDEN KINDER FINGEN AN IHREN HAAREN FEUER), mit der gro?en Zange ins Geschehen eingriff. Er f?hrte die Zahnarztzange immer wieder in diesen schreienden Mund ein und holte sie etwas mehr als drei?ig Mal wieder heraus.
Kennst du die Geschichte, Peter?"
Peter Bolton l?chelte.
"Es ist die Szene im Schulhof der Grundschule, oder? Nur Kinder k?nnen so extrem leidenschaftliche Brutalit?t empfinden:
Der Vulkan sprang mir ins Gesicht. Seine gewaltige Eruption schleuderte mir rotgl?hende Gesteinsbrocken entgegen, die mit einem trockenen Zischen aufschlugen und mir die Haut vom Gesicht rissen. Ich konnte mein eigenes verbranntes Fleisch riechen (als ich mir mit der Hand ins Gesicht fuhr, um den Schmerz wegzuwischen, stellte ich fest, dass von meiner Nase nur noch ein kleiner, geschmolzener Fleischklumpen ?brig war, aber ich konnte verdammt gut riechen, bei Gott: ich KONNTE VERDAMMT GUT RIECHEN DAMIT!!) und erstarrte beinahe augenblicklich zur Salzs?ule.
Wer kennt sie nicht, Keoma? Wer w?rde sie nicht wiedererkennen?"
Keoma Lewis lehnte sich vor. Seine Augen leuchteten von tief innen.
"ICH SEHE, WIE DIE HAUT AN MEINEN KN?CHELN AUFREISST, ABER ICH SP?RE ES NICHT. MEINE RECHTE FAUST SCHL?GT WIEDER IN SEIN GESICHT. ICH TREFFE EINEN SCHNEIDEZAHN, DER UNTER DER WUCHT DES SCHLAGES EINFACH ABBRICHT UND IN DER H?HLE SEINES BLUTENDEN MUNDES VERSCHWINDET. ICH H?RE, WIE ROB AUS ANGST UND SCHMERZ SCHREIT. ICH H?RE, WIE ICH AUS ZORN UND VERZWEIFLUNG SCHREIE. ICH SEHE, WIE ICH IMMER WIEDER ZUSCHLAGE, F?HLE NICHT, DASS AUCH ICH IMMER WIEDER GETROFFEN WERDE, UND ICH H?RE ERST AUF, ALS MIR DAS BLUT AUS DEN AUGEN L?UFT UND ALLES SO VERDAMMT ROT IST - SO ROT, ALS H?TTE MAN ALLE HERZEN DIESER BESCHISSENEN WELT DER L?NGE NACH AUFGESCHLITZT."
"Damit drehte sie sich auch schon l?chelnd um, und w?hrend sie sich ganz leicht vorbeugte..."
Es war Keoma, der ohne Pause wie in einem gespenstischen Chorus ?bernahm:
"...ein Hohlkreuz machte, um ihre wundervoll geformte Kehrseite noch besser zur Geltung zu bringen, streifte sie mit beiden H?nden das kleine schwarze Etwas so hoch, dass es wie ein schmaler G?rtel ihre H?ften umschmeichelte.
Ihr violetter Slip stach mir in die Augen, brannte sich in meinen verstecktesten Gehirnwindungen fest und brachte mich schier um den Verstand.
Angie trippelte ungeduldig auf der Stelle, so als ob sie ganz dringend mal...
Ich dachte nicht l?nger nach und streifte ihr das St?ck Stoff bis zu den Kniekehlen runter. Ihre Hinterbacken waren so unschuldig wei? wie frisch gefallener Schnee.
Ich erinnere mich, wie ich damals hinter ihr niederkniete, meine H?nde an ihre hei?en H?ften legte, in diesem hei?en, hei?en Sommer.
Die Flanken einer hei?en, jungen Stute, in die ich meine Z?hne tief eingrub. Ihre spitzen Schreie hallten durch den Dschungel."

*

?"Zieh dich aus!" hatte sie zu mir gesagt, Sekunden bevor der ganze Himmel vier Stockwerke abw?rts fuhr und die H?lle mit krachendem Get?se ?ber uns hereinbrach. Meine Kleider warf ich zur Seite. Ich wusste, ich w?rde sie nicht mehr brauchen und noch weniger vermissen. Sie h?tten mich behindert wie tonnenschwere Gewichte, wenn ich nur noch einen einzigen Augenblick gez?gert h?tte. So rannte ich ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, schamlos nackt auf dem schmalen Pfad hinterher, immer ihre Gestalt gerade noch so vor Augen, beinahe unf?hig, mit ihrem Tempo Schritt halten zu k?nnen. ?ber meine eigenen F??e stolpernd gewahrte ich das unvermittelte Aufbrechen des nachtschwarz gewordenen Himmels, um im Aufschlagen die durch meinen Sturz aufspritzenden Wassertropfen sich gleich einem diamantenen F?cher entfalten zu sehen in glei?endem Sonnenlicht, das durch schnell aufrei?ende Wolkengewebe niederflutete wie die eilenden Heerscharen der g?ttlichen Cherubim."

*

?"Es war das erste Mal f?r dich, dass du mit jemand anderem Liebe gemacht hast, nicht wahr? Ich wette, du willst, dass Zoran dich richtig nimmt! Du m?chtest, dass er ihn dir reinsteckt. Ist es so, kleiner Keoma?"
Meine linke Schulter ber?hrte ihre weiche Haut und ihr warmer Atem kitzelte in meinem Ohr. Mir wurde siedendhei?. Ihre rechte Hand legte sich auf mein Knie. Ihr Fl?stern machte mich wahnsinnig:
"Alles, was du willst. Alles, was du dir vorstellen kannst, sobald wir erst da sind. Es wird dir gefallen."
Sie schaute mich schuldbewusst an, so schuldbewusst wie ein kleines Kind, das heimlich an verbotener Schokolade genascht hatte:
"War ich vorhin sehr schlimm? Musstest du dich sch?men f?r deine kleine Schwester?" Eine Tr?ne lief ?ber ihre Wange. Ich k?sste sie weg.
"Ich liebe dich, Tania. Wie sollte ich mich f?r dich sch?men?"
Ihre Zunge teilte sanft meine Lippen, zog sich dann aber unvermittelt wieder zur?ck wie ein kleines Tier, das sich zu weit vorgewagt hat. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf. "Sie gehorchen dir, nicht wahr? Sie gehorchen dir schon lange. Du hast sie benutzt, ist es so?"
Tania verzog unschuldig schmollend ihr s??es Gesicht.
"Ist das wirklich so wichtig, Keoma? ?ndert es etwas an dem Spa?, den wir gehabt haben? Es war doch lustig, oder?"
"Und das ist alles, was z?hlt..."
Sie l?chelte mich gl?cklich an aus ihren so naiv wirkenden, blaugr?nen Augen, ganz so, als h?tte sie den Unterton in meiner Stimme ?berhaupt nicht bemerkt.
"Es ist alles, was z?hlt, Keo."

*

?Wie tief waren sie unter mir?
Zwanzig Meter? Zehn Meter? Oder weniger?
Konnten sie mich erreichen, konnten sie sich auf meine Trapezinsel schl?ngeln, mir mit ihren Giftz?hnen die Kehle aufrei?en?
Da! Hatte sich mein "gl?ckliches Eiland" nicht bewegt? Ein paar Zentimeter nach unten bewegt dank einer teuflisch ausgekl?gelten Vorrichtung?
War es nur Einbildung, ein Abfallprodukt meiner ?berreizten Phantasie?
Befand ich mich denn ?berhaupt in einem von menschen?hnlichen Wesen gemachten Raum?
Vielleicht in einer H?hle mitten im Dschungel? Oder vielleicht ?irgendwo im grenzenlosen Weltall, gefangen in einem kosmischen Spinnennetz - hilflos darin zappelnd, w?hrend bluttriefende Greifzangen immer n?her kommen, mein Haar streifen w?rden?
Ich bemerkte, dass mein Verstand verr?ckt zu spielen begann. Kicherte nerv?s. Presste die Fingerkn?chel fest auf meine Aug?pfel, um bunte Muster in der Finsternis zu erzeugen. H?rte damit auf, als meine Augen den Druck nicht mehr aushielten.
Schw?rze, endlose Dunkelheit.
Ich rammte die Daumen in meine vibrierenden Ohrmuscheln, um ihren zischenden Singsang nicht noch l?nger anh?ren zu m?ssen.
H?rte ihn dennoch: Schlangen in meinem Kopf, Schlangen in meinem Herzen.
Ich h?rte, wie ich anfing zu schreien. Es war, als ob ich mir selbst zuh?rte. Mit Eisesk?lte packte es mich im Genick: Mein Schrei hatte wie ein Zischen geklungen, v?llig unmenschlich. Wieder verlor ich das Bewusstsein.

Tania! Hatte sie mich hierhergeholt, um mich zu ficken oder sich von mir ficken zu lassen? Verdammte kleine Schlampe! Ich werde dir zeigen, was du davon hast, mit mir den Affen machen zu wollen!
Da steht sie vor mir in all ihrer verfluchten Sch?nheit, ein kindliches Lachen aufgesetzt und sonst nichts: Marmorwei?e Haut, Nippel wie Erdbeeren.
Nichts bleibt von meiner Wut. Pure Lust.
"Fick mich in den Arsch!" L?chelt mich an, als h?tte sie mich um ein Eis gebeten. So ein Biest!
"Mach es mit deinen Fingern." Zuckers??es L?cheln.
Ich sp?re, wie mir der Kamm schwillt.
"Sonst noch was, H?bsche?"
"Ja. Leck deine Finger vorher gut ab...und danach."
Mein Schwanz ist steif wie ein Hemdkragen, aber trotzdem ?rgere ich mich ?ber dieses verdammt unversch?mte Ding. Ihre Provokationen treiben mir die Schamesr?te ins Gesicht.
"Sag mal, WAS GLAUBST DU EIGENTLICH, WER DU BIST? Du bildest dir wohl verdammt viel darauf ein, drei schlaffe Typen gleichzeitig fertigmachen zu k?nnen? AUF DIE L?CHERLICHE RUMSPRITZEREI BIST DU NOCH STOLZ! Aber glaub mir: DAS k?nnen andere auch! Du bist lediglich etwas fr?her dran - zu fr?h, w?rde ich sagen. JA, EIN VORWITZIGER, GROSSM?ULIGER TEENIE, EINE SCHEISSARROGANTE TUSSIE, DAS BIST DU!"
"Fertig?" Ihr Tonfall klingt unglaublich gelangweilt.
"JAAA, FERTIG, BASTA, AUS!" Ich hatte mich wirklich in Rage geredet, f?hlte mich aber dennoch irgendwie hilflos, seltsam unterlegen. Sie l?chelte mich immer noch an.
"Gut. Du hast also die Wahl, M?chtegern: Entweder du h?ltst jetzt die Klappe, vergisst deinen falschen Stolz und fickst mich endlich, oder..."
"Oder was?"
"Oder du wichst dir einen ab, weil du das so unheimlich toll findest und wahrscheinlich eh nichts anderes drauf hast, kleiner Junge."
Sie hatte mich tats?chlich an den Eiern, dieses Mistst?ck! Was konnte ich schon noch tun, um einigerma?en mein Gesicht zu wahren? Sie so durchrammeln, dass ihr die Suppe aus den Ohren wieder rauskommt, das konnte ich tun!
Na warte, Kleine!
R?kelst dich vor meinen Augen schamlos nackt auf deinem Lustlager und wei?t noch gar nicht, was da auf dich zukommt! Meine Keule stand auf f?nf nach zw?lf.
Ihr schneewei?er Arsch zog mich magisch an und ich sank neben ihr nieder, dieses Prachtst?ck nicht aus den Augen lassend.
"Willst du ihn k?ssen? Tu es einfach!"
Meine Zunge wanderte langsam ?ber ihre Arschbacken und ich bemerkte an ihrem leisen Aufst?hnen, dass es ihr gefiel. Irgendwie hatte sie meinen rechten Oberschenkel an sich herangezogen und meinen Schwanz in den Mund genommen. Es f?hlte sich weich und feucht an. Sie knabberte mit ihren Z?hnen leicht an meinem Schaft, und meine H?ften bewegten sich wie von selbst auf und ab. Sie hatte sich gedreht und die Beine weit gespreizt: Da war nur ein blonder Flaum, und ich rammte meine Zunge dort hinein, wo es am feuchtesten glitzerte.
Tania b?umte sich auf und stie? mir ihre Muschi ins Gesicht. Wir lagen seitlich zueinander und konnten uns so nach Herzenslust gegenseitig lecken. Sie hatte eines ihrer Beine angewinkelt, setzte ihre Ferse an meinen Hinterkopf und dr?ckte mein Gesicht noch tiefer in ihre s??lich duftende M?se, die sie so heftig an mir rieb, dass mir der ganze geile Saft ?bers Kinn lief. Meine Zunge glitt in aberwitzigem Tempo ?ber ihre Schamlippen, ?ber die Klitoris, dann ganz tief hinein ins Dunkel - kroch wieder hervor ?ber ihren Damm, pochte dann sanft an ihr kleines Arschloch, zog sich wieder zur?ck, stie? wieder vor, schl?rfte, leckte, knabberte und saugte, dass es eine wahre Freude war!
Ihre flinke Zunge umschmeichelte meine Eier, glitschte ?ber meine Lenden, w?hrend eine Hand meinen Schwanz wichste und die Finger der anderen zwischen meine Arschbacken glitten. Ich kniff den Muskel erschreckt zusammen, doch zu sp?t! Tania fickte mich mit dem Mittelfinger, w?hrend ihre Zunge schnell um meine Eichel leckte und ihre steifen Nippel meinen Bauch kitzelten. Ich st?hnte laut auf, presste Tanias Muschi noch fester in mein Gesicht, spreizte mit den H?nden ihre Arschbacken, hob den Kopf leicht an und lie? meine Zunge geschickt in ihr kleines, noch unber?hrtes Loch flutschen, was ihr zu meiner Genugtuung einen spitzen Schrei entlockte, ihre Aktivit?t aber nicht im mindesten d?mpfen konnte.
Sie hatte ihn ganz tief eingesaugt; eine Hand vollf?hrte pumpende Bewegungen an meinem Schaft, lange N?gel krallten sich in meinen R?cken. Meine Geilheit wurde animalisch wild und v?llig z?gellos. Ich wollte sie mit Haut und Haaren verschlingen! Sp?rte, wie warmes Blut ?ber meine Wirbels?ule lief, N?gel in meinem Fleisch brannten. Na warte, Bestie!
Das Fleisch ihrer wei?en Arschbacken schimmerte verf?hrerisch, unwiderstehlich einladend. Meine Z?hne gruben sich tief, ganz tief hinein, packten zu und rissen. Warmes Blut benetzte mein Gesicht, streichelte meine Seele und stieg mir s?? in die Nase. H?rte Tanias Aufschrei. Befriedigt knurrend. Kauend. Wieder zubei?end.
F?hle ihre Z?hne in meinen Oberschenkel schlagen, Sehnen zerrei?end.
H?llischer Schmerz! Pranken und Klauen in warmem, menschlichem Fleisch.
St?hne auf, als eine ihrer Tatzen meinen Schwanz an der Wurzel ausrei?t, zerfleischt. Reisse ihr mit meinen Z?hnen den Arsch von den Knochen: Blut, ?berall Blut! F?hle, wie sie sich um mich krampft mit dem, was von ihren Beinen ?brig ist, sich schl?ngelnd um mich windet und mich im Griff ihrer stahlharten Oberschenkel zu erdr?cken versucht. Br?lle auf, schlage um mich, fetze Haut und Muskeln von den Knochen, lege sie blo?, werde von ihr blo?gelegt. Wir zerfleischen uns gegenseitig in rasender Ekstase! Ich h?re ihr giftiges Zischen und...
falle!
FALLE!?

Ihr tausendfaches Zischen! Rei?e die Augen auf: Blendende Schw?rze!
Sto?e die H?nde nach oben, packe zu, packe fest zu, rei?e mir die rechte Handfl?che an der Netzkante auf, registriere den Ruck, der mir beinahe die Schulter auskugelt, greife mit der Linken ins Leere und baumele mit letzter Kraft, inzwischen hellwach, ?ber t?dlichem Abgrund!
Werde mir bewusst, dass ich nur getr?umt und mich im Traum bewegt, ja so sehr bewegt habe, dass ich aus der sicheren Mitte meiner "Insel" hinausgeraten bin ?ber die Netzkante hinweg, nun gleichsam an seidenem Faden h?ngend - mein Leben abh?ngig von der Kraft meiner rechten Hand, deren Griff, entgegen all meiner Willensst?rke und trotz aller ?ber meine Reserven hinausgehenden Anstrengungen, immer lockerer wurde. Meine Jugend klammerte sich verzweifelt an die ihr innewohnende Vorstellung der eigenen Unsterblichkeit, mein Verstand erstarrte in seiner scheinbar nimmerrastenden Bewegung der endlosen Wiederholung und Bekr?ftigung seiner eigenen Identit?t, erstarrte vollkommen angesichts seiner Konfrontation mit einer Ewigkeit, die nicht bes?nftigend oder gar die Seele emporhebend daherkam, sondern unendlich kalt und grausam wirkte, von be?ngstigender Logik und Folgerichtigkeit: Der unabwendbar pr?zise Mechanismus des Universums.
War es mir bestimmt, so schrecklich zu enden? Zu enden fernab all dessen, was mir vertraut und lieb gewesen war - in einer Welt, die fremd und wild war, die mich anfangs auf unheimliche Weise faszinierte, nun aber bis ins Mark erf?llte mit ihrer gnadenlosen K?lte? Meine Finger l?sten sich und ich st?rzte in die Tiefe, schlug auf in ihrem begehrlichen, geifernden Gewimmel, in der kalten Masse ihrer schuppigen K?rper; so kalt und doch so seltsam warm - von innerem Feuer erf?llt hei?er als mein Hass, den ich trotz all meiner Angst empfand. Und diese besondere Alchimie meines Blutes, dieser abgrundtiefe Hass gepaart mit Todesangst, war es vielleicht, die die Schlangenbrut zun?chst davon abhielt, zuzubei?en und mich in eine noch fremdere Region des Daseins zu katapultieren.
So lag ich - minutenlang, stundenlang - im Gewimmel ihrer sich ?ber mich, um mich schl?ngelnden Leiber, st?ndig in Erwartung des t?dlichen Bisses, der immer und immer noch nicht kommen wollte, immer noch auf sich warten lie?, ungeachtet meiner Sehnsucht, meiner h?llischen Sehnsucht nach Erl?sung aus dieser schwarzen Kom?die meines Lebens.
Ihr andauerndes Zischen fr?ste sich in die letzten verborgenen Winkel meines Hirns, brannte sich auf ewig ein in die zerkl?fteten Reste meines Verstandes, und da war nichts mehr, nichts mehr au?er ihrem so z?rtlich-t?dlichen Singsang, das Zugang zu meiner Seele finden konnte.
Todesverachtung war es nun, die mich rechts und links zupacken lie? - hineingreifen lie? in diese muskul?sen und wendigen K?rper, die mir keine Angst mehr einjagen konnten, ja die nun Ziel und Endpunkt all meiner verzehrenden Sehnsucht geworden waren.
Meine Finger schlossen sich um eine animalische Ewigkeit, die greifbar geworden war. Meine Arme dr?ckten sie an mich, immer fester an mich - und als ich euphorisch aus vollem Hals heraus zu lachen begann; begann, um nie wieder damit aufzuh?ren - da erwiderte sie endlich meine r?ckhaltlose Liebe, stie? blitzartig vor in meinen weit ge?ffneten Rachen und erf?llte das rote Fleisch meiner Zunge mit tosendem Feuer, das wie ein Steppenbrand ?bergriff auf meinen Hals und meine Brust, meine Wirbels?ule hinabraste wie ein gewaltiger Strom, um meinen K?rper bis ins letzte Glied zu durchdringen und jedes einzelne Atom zu verwandeln - diesen K?rper emporzurei?en in das glei?ende Licht, das nun auf meine weitge?ffneten Pupillen einschlug wie ein Trommelfeuer wei?gl?hender Engel."

*

?"Du bist der erste Mann, den ich lutschen durfte. Ich hoffe, ich habe mich nicht zu dumm angestellt."
Ein Blick zwischen meine Beine zeigte mir, dass die aufgerichtete K?nigskobra immer noch da war, und endlich identifizierte ich meinen eigenen, steifen Schwanz, der mir fast als ein eigenes, unabh?ngiges Lebewesen erschienen war.
"Was ist los mit mir, Mirella? Woher kenne ich Deinen Namen? Und warum sch?me ich mich nicht vor Dir, wenn Du das f?r mich tust, obwohl Du mich nicht kennst?"
Sie schaute mich aufmerksam an und wieder huschte ein geheimnisvolles L?cheln ?ber ihr Gesicht, dessen Ausdruck so wundersch?n und doch so be?ngstigend fremdartig war. Erst jetzt fiel mir auf, dass Mirellas Augen keine Regenbogenhaut hatten. Sie waren gl?nzend wie zwei pechschwarze Edelsteine.
"Du wei?t, Keoma. Du bist nicht mehr derselbe, der Du vorher warst."
"Vorher, Mirella?"
Es ergab keinen Sinn f?r mich - und doch wusste ein Teil von mir ganz genau, was geschehen war, jedoch ohne dieses Wissen an mein bewusstes Denken freigeben zu wollen. Eine Art stilles Wissen, ein Instinkt, abgrundtief und jenseits aller Dinge.
"Vor Deiner Verwandlung, Keoma. Bevor Du zu einem von uns geworden bist."
Ein Schauder rann mir nun die Wirbels?ule hinab, ersch?tterte mich bis ins Mark und lie? mich tief Luft holen, bevor ich erneut Worte formen konnte, die ich ausstie? wie einen eiskalten Hauch, der meine Tr?ume mit sich f?hrte und mich zur?cklie? wie einen Fremden in mir selbst.
"Was bin ich, Mirella, wenn ich nicht mehr das bin, was ich war?"
"Du bist jetzt kein Mensch mehr, gro?er Keoma" antwortete sie bedeutungsvoll, hob ihre Arme und hielt in jeder Hand ein lebendes Kaninchen an den langen Ohren.
Mein K?rper schnellte vor, ohne dass dieser Bewegung eine Willensentscheidung vorangegangen w?re. Ich w?rgte und mein Rachen dehnte sich scheinbar v?llig m?helos. In meiner Kehle bewegte sich etwas, strampelte (nicht lange) und versuchte zu entkommen. Die Muskeln meines Halses brachen dem Tier m?helos das Genick.
Ich fand tats?chlich Platz f?r zwei K?rper."

*

?"Ich habe es nicht ganz zu euch geschafft, nicht wahr, Mirella?"
Mirella entfernte die verschmutzten Laken, ohne mir den geringsten Vorwurf zu machen.
"Nein, Keoma. Obwohl alles dann leichter f?r Dich w?re. Du k?nntest besser verstehen, ohne zu fragen."
Ich f?hlte mich elend schwach und zitterte am ganzen K?rper.
"War es ein Traum, Mirella? Das mit dem Netz und der verdammten ?Schlangengrube - habe ich es nur getr?umt oder war es wirklich?"
"Es war wirklich. Es war ein Traum. Es war beides, Keoma. Ich sehe keinen Unterschied."
"Wei?t Du, bei uns sagt man: Das, was nachts geschieht, wenn man schl?ft..."
Mirella unterbrach mich:
"Du bist hier bei uns, Keoma. Du hast Dich ver?ndert. Wenn Du es unwirklich nennen und lieber schwach sein willst: Deine Sache. Obwohl ich lieber einen Mann und keinen Feigling gelutscht h?tte."
Ich war verletzt, wusste aber nichts einzuwenden.
"Wie alt bist Du, Mirella?"
"Ist das denn wichtig? Ich z?hle nicht. Es macht hier nur Sinn zu z?hlen, wenn ich altern will."
Ich war nicht einmal ?berrascht."

*

?"Was ist schiefgegangen, Mirella? Warum bin ich so schwach?"
"Du bist von dort, Keoma. Ein Teil von Dir ist alt. Diesen Teil kannst Du nicht loswerden. Du nennst es menschlich sein. Es macht Dich schwach.
Dein anderer Teil ist jung. Die Noggtas machten ihn Dir zum Geschenk.
Es ist das, was Dich stark, das, was Dich wild macht.
Das, was Dich nicht nachdenken, sondern handeln l?sst.
Du kannst beides sein, stark und schwach. Du h?ngst allerdings zu sehr an deinem schwachen Teil."
"Aber was ist IHR Interesse an meiner Verwandlung - was auch immer diese Verwandlung bedeuten mag?"
"Es ist zu ihrer Lust, Keoma - und es kann zu meiner sein."
"Was, wenn ich schwach bleiben will? Was ist, wenn ich lieber ein Mensch bin?"
"Du bist ein Noggta, Keoma. Du kannst es leugnen, Du hast sogar die Macht, Dich zu verstellen und schwach zu sein.
Wenn Du aber bei IHR schwach bist, wirst Du es nicht ?berleben."
In diesem Moment versp?rte ich einen Anflug von Zorn, gemischt mit beinahe hilfloser Verzweiflung.
"Wer gibt IHR das Recht...?"
Mirella schaute mich mitleidig l?chelnd an und sagte dann eindringlich:
"SIE nimmt es. SIE macht es. SIE ist es, Keoma. SIE ist wilder als wir alle zusammen. SIE ist der Dschungel, Keoma."
"Eine Manifestation von CORAZON?"
"SIE ist CORAZON. Du bist das, was sie als ihre andere H?lfte bezeichnet. Du wirst eins mit ihr werden oder sterben."
"Tania ist ein kleines M?dchen, Mirella."
"Sie ist mehr, als Du Dir vorstellen kannst. SIE h?lt alles hier am Leben."
Ich wusste, da? Mirella die Wahrheit sprach. Doch ich konnte es nicht begreifen. Dennoch war es mir im Blut: Es war eine unumst??liche Tatsache.
"Wie kann ich stark sein, wenn ich schwach bin, Mirella? Wie kann ich das sein, was ich Deiner Ansicht nach bin: Ein Noggta?"
Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass Mirella mich freundlich anl?chelte. Ihre kleinen, blauen Br?ste reckten sich stolz empor, und ich sp?rte, wie ich Lust empfand f?r die junge, sch?ne Priesterin.
Sie fl?sterte mir zu:
"Du hast die gespaltene Zunge, Keoma. Du hast Z?hne, scharfe Z?hne.
Du bist, was Du sein willst. Es ist in Dir. Du allein kannst es herauslassen. Tu es, Keoma. Tu es f?r mich."
Mirellas Gesicht hatte einen l?sternen Ausdruck angenommen. Ihr zierlicher K?rper bewegte sich katzenhaft-lauernd auf mich zu.
Forderte mich heraus. Reizte mein Blut.
Zentrierte meine Gedanken auf einen einzigen Punkt.
Wir fielen ?bereinander her wie Tiere."

*

?Es war nur diese eine Nacht, die Mirella und ich zusammen verbringen durften.
Die kleine Priesterin machte mich mit Dingen bekannt, die all meine Phantasien ?berstiegen, und es geschah noch dreimal, da? ich sie "nass machte".
Mirella wusste sich jedoch bestens zu revanchieren, und irgendwann schliefen wir ersch?pft ein.
Am Morgen begegnete mir dann eine zwar nach wie vor aufreizend sch?ne und immer noch v?llig nackte, aber nun merkw?rdig zur?ckhaltende und fast abweisende Mirella.
Sie war vor mir wach geworden und stand wartend, au?erhalb meiner Reichweite, vor unserer Bettstatt.
"Es ist Zeit, Keoma. Lass uns gehen."
Ich konnte mich mit einem solchen Gedanken nach all dem, was in der Nacht zwischen uns geschehen war, nun gar nicht anfreunden.
"Och, Mirella! Komm doch zu mir und lass uns da weitermachen, wo wir aufgeh?rt haben."
"Nein, Keoma. Sie warten alle."
Mirellas Stimme klang kalt. Beinahe so, als ob nie etwas zwischen uns gewesen w?re.
"Du bist nicht allein zu deinem Vergn?gen hier, Noggta. Du darfst nie vergessen, was du bist. Erinnere dich an all das, was ich dir gesagt habe: Du bist kein Mensch mehr. Du wirst handeln, nicht denken. Vergiss alles, was dich schwach macht."
Ihre n?chternen Worte machten mich hellwach. Sie waren wie eine Ohrfeige in mein Gesicht. Ihre Gef?hllosigkeit verwirrte mich.
"Und das, was zwischen uns war, Mirella? Bedeutet das denn gar nichts f?r dich?"
"Es war Lust, Keoma. Nicht mehr und nicht weniger. Es war vollkommen, aber es liegt hinter uns. Jetzt ist es Zeit f?r das Ritual."

*

"Sie wollten, dass ich es mir selbst besorge und warteten begierig darauf, dass ich endlich damit anfing.
"Nun komm schon, Keoma. Stell dich nicht so an!"
F?r Mirella war das alles kein Problem. Sie sah keinen Grund, an meiner Stelle zu z?gern oder sich gar zu sch?men. Es sollte das erste Mal sein, dass die M?dchen sahen, wie es sich ein Mann macht, wenn er alleine ist und Lust hat oder keine Frau findet.
In diesem Moment erschien mir alles in dieser Welt vollkommen verr?ckt, so vollkommen au?erhalb aller mir bekannten gesellschaftlichen Spielregeln zu sein, dass ich mich fragte, ob ich tats?chlich noch auf der guten alten Erde, nur eben im tiefsten Dschungel war - oder ob mich meine Reise nicht doch viel, viel weiter weggef?hrt hatte.

Das Ritual war so fremdartig, so jenseits all unserer Werte und Vorstellungen, dass ich es in dem Dschungel lassen will, in dem es geboren wurde. Kein Wort kommt ?ber meine Lippen ?ber das, was ich beobachten konnte."


?Die M?dchen schienen von diesem f?r meine Begriffe abartigen Spiel ?u?erst am?siert zu sein. Sie lachten und st?hnten gleichzeitig.
"Das ist also die ber?hmte Affenf?tterung!" fl?sterte ich Mirella zu.
"Kannst du mir erkl?ren, was das alles bedeuten soll?"
Mirella schaute mich frech grinsend an.
"Es bereitet unsere M?dchen auf die M?nner vor. Oder siehst du einen wesentlichen Unterschied?"
Mirella blickte belustigt auf die sich verzweifelt abm?henden, wild hechelnden Bestien. Ich war entsetzt.
"Du kannst das nicht ernst meinen, Mirella! Du willst doch nicht sagen, dass das da..." - ich schaute angewidert hin - "...der erste Eindruck ist, den ihr euren M?dchen von der Sexualit?t der M?nner vermittelt?"
Sie blickte sehr ernst zu mir auf.
"Wir sind hier f?r lebensnahe Erfahrungen, Keoma. Den M?dchen ist auch nicht damit gedient, wenn wir etwas besch?nigen.
Die M?dchen sollen lernen, wie sie auf M?nner wirken und wie sie mit ihnen spielen k?nnen.
M?nner sind sehr einfach strukturierte Wesen..."
"Du willst damit sagen, dass ich dir im Bett wie einer dieser hechelnden, sich den Schwanz wichsenden und vor sich hinsabbernden Affen vorgekommen bin?"
Mirella scherte sich ?berhaupt nicht um meinen verletzten Stolz und die daraus resultierende Wut in meiner Stimme.
"Du triffst es ganz gut. Wei?t du, Keoma, das gro?e Problem von euch Schwanztieren ist, dass ihr gerne vorgebt, mehr zu sein als euer Schwanz. Tatsache jedoch ist, dass ihr eurem Schwanz folgt, wo auch immer er hinzeigt."
"Ein Schwanztier bin ich also f?r dich! Ein hirnloses, fickgeiles Monster, das nichts anderes im Sinn hat, als..."
Mirella unterbrach mich ganz ruhig, mit sanfter Stimme, und ohne mich dabei auch nur eines Blickes zu w?rdigen:
"Dann schau dich doch einfach nur an, Keoma..."
Die Schamesr?te stieg mir ins Gesicht. Ich brauchte nicht hinzusehen, um zu wissen, was dieses verdammte Biest meinte - und in diesem Augenblick erschien ich mir wirklich ebenso hilflos wie eine dieser hechelnden Kreaturen.
"Willst du dich nicht zu ihnen gesellen, Keoma?"
Mirella setzte ihr Messer an und stach erbarmungslos zu. Ein unsauberer Schnitt direkt unterhalb der G?rtellinie.
Ich war sprachlos und nahe daran, in meiner ohnm?chtigen Wut zu platzen.
Sie l?chelte mich bes?nftigend an, ganz Zuckerbrot und Peitsche:
"Nun nimm es nicht so schwer! Es gibt eben auch unliebsame Dinge, zu denen man stehen muss. Schau lieber zu und genie?e das Schauspiel!"
Sie nickte in Richtung der M?dchen. Ich war nunmehr wie Wachs in Mirellas H?nden und folgte mit den Augen der Richtung, die sie mit ihrem Kopfnicken angedeutet hatte.
Ich glaube, diese Erinnerungsbilder werde ich nie vergessen, so sehr ich mich auch darum bem?hen werde. Ich hielt den Atem an, bis alles endlich vorbei war.


Pl?tzlich schien ich nun Mittelpunkt des allgemeinen Interesses geworden zu sein, und es gefiel mir gar nicht, wie die Novizinnen meinen steif aufgerichteten Stachel musterten, um dabei immer wieder zu lachen und sich gegenseitig irgendwelche obsz?nen Dinge ins Ohr zu fl?stern.
Dennoch behielt diese f?r mich etwas beunruhigende Situation ihren perversen, vollkommen unmoralischen Reiz, denn meine Erregung wollte und wollte sich nicht legen. Die M?dchen blickten erwartungsvoll, freundlich l?chelnd zu mir auf.
Ich tappte v?llig im Dunkeln, welche Rolle mir auf dieser B?hne zugedacht war.
Was sagte Mirella noch zu mir?

Du wirst handeln, nicht denken, Keoma. Vergiss alles, was dich schwach macht...

Allm?hlich begann ich, mich von allen verlassen und einsam zu f?hlen, so, als w?re das Spotlight des Lebens ganz alleine auf mich gerichtet.
Eine be?ngstigend peinliche Situation.
Mirella schreckte mich aus meinen Gedanken auf:
"Nun mach schon, Keoma! Sie warten alle."
"Bitte?"
Ich blickte zerstreut in Mirellas wieder abgrundtief schwarze Augen - wusste nicht, wie mir geschah.
"Besorg es dir selbst. Sie wollen sehen, wie du kommst..."
Mein Nacken kribbelte und meine Eier juckten verr?terisch.
Ich hatte das dringende Bed?rfnis zu husten, um die ohrenbet?ubende Stille zu durchbrechen und die allgemeine Aufmerksamkeit auf einen anderen Gegenstand als den des gegenw?rtigen Interesses zu lenken.
Die gute Absicht blieb mir im Halse stecken: Ich hatte nicht einmal mehr Luft in den Lungen, und der kalte Schwei? drohte mir auszubrechen. BEI GOTT, WENN ICH WIRKLICH STARK SEIN KANN, DANN LASS ES MICH JETZT SEIN!

Du hast die gespaltene Zunge. Du bist, was du sein willst...

Das waren zweifellos Mirellas Worte gewesen.
"Nun komm schon, Keoma. Die M?dchen haben es dir gezeigt, ohne sich zu sch?men, und nun bist du dran. Zeig ihnen, wie ein Mann abspritzt. Stell dich nicht so an!"
Mirella redete mir wirklich gut zu. Wie einem Schwanztier eben.
Die M?dchen kicherten, l?chelten - und warteten.
Niemand dr?ngte mich.
Ich verschluckte den Klo? in meinem Hals, ?berwand meine Scham und f?gte mich weitgehend nahtlos in den Lehrplan."

*

?Es war nicht einfach f?r mich, das zu ?berwinden, was man in unserer Kultur als gesundes Schamempfinden bezeichnet, Peter. Ich hatte meine liebe M?he damit, obwohl alles eigentlich ganz einfach war: Schlie?lich hatte ich das Geschenk der Noggtas erhalten, und es war nur meine eingebildete Schw?che, meine Erinnerung an die eigene Menschlichkeit, die mir Probleme bereitete.
Mit der Zeit legte ich mehr und mehr von meiner pers?nlichen Geschichte ab.
Ich verlor meinen alten Zeitbegriff und lernte zu handeln, ohne zu denken.
Ich lernte die farbenpr?chtigen Wesen CORAZONS kennen: Die blauh?utigen Priesterinnen, die dunklen Geheimnistr?ger, die wei?en Novizinnen, die gr?nen J?ger und die Roten des inneren Kreises - ein einziger Farbtopf des Lebens, ein Kaleidoskop g?ttlicher Vielfalt.
Mein Identit?tsempfinden orientierte sich total an der jeweiligen Gegenwart: Empfand ich Lust, so war ich Lust. Sp?rte ich Schmerz, war ich ganz Schmerz.
Es blieb kein Raum in mir f?r ?berfl?ssiges."

*

?Tags durchstreifte ich die Dschungelstadt, beobachtete das gesch?ftige Treiben, die K?mpfe und das v?llig offen praktizierte Sexualleben der Doltschins, wie sie sich selbst nannten.
Mein Schwanz wies mir zwar noch immer den Weg, aber ich lernte, mich besser zu kontrollieren. Das trug mir die Hochachtung der Novizinnen ein, die damit aufh?rten, aus Machtlust mit mir zu spielen.
Es begann ihnen wirklich Spa? zu machen, mit mir zu v?geln.
Auch Mirella h?rte damit auf, mich Schwanztier zu nennen."

*

?Ich wusste, dass die Zeit nahe war, wo ich sie wiedersehen w?rde, nun stark genug, ihr standhalten zu k?nnen.
Ich wurde meiner Bestimmung als Noggta von Tag zu Tag mehr gerecht, empfand aber dennoch tiefe Trauer, als ich mich ?ber Nacht von Mirella trennen musste. Es war mir nicht bestimmt, sie wiederzusehen.
Der INNERE KREIS wartete auf mich."


3.11.05 09:00


Der Avatar als Spielfigur (RPG's)

Die Z?hmung
- Vorspiel -



Die anderen Seiten der Wirklichkeit

- Zentrale Stellen von ?Doltschin" (aus den Kapiteln 1-8) -



Der gro?e Traum

"how beautiful do the words have 2 be
before they conquer every heart?" Prince, dolphin



Der gro?e Traum war (und ist) f?r mich Doltschin, die l?ngste Geschichte, die ich bisher geschrieben habe, und die mich nun allen Ernstes fast zehn Jahre begleitet. Doltschin hat sich in seiner Erstfassung irgendwann so verselbst?ndigt, dass es mir fast schon unheimlich wurde: Der Schreibprozess wurde zur Tour de force, ?hnelte einer Achterbahnfahrt, die einen atemlos in den Sitz presst...und gleichzeitig hatte ich das Gef?hl, wie ein kleines Kind zu sein, das die Augen weit aufrei?t in seinem Staunen - wie bunt und ?berw?ltigend diese Welt doch ist!

*

Ich begegnete ihr also v?llig unverhofft, und sie machte auf mich den Eindruck, als w?re sie nur kurz hier...als h?tte sie sich entschlossen, dieser Insel einen Besuch abzustatten, einen sehr kurzen Besuch, um mich zu sehen und dabei etwas Grundlegendes in meinem Leben zu ver?ndern.

*

"Neugierde und Ehrgeiz! Ich darf sie doch sicher wiederholen, Dr. Bolton? Wahrer Forschergeist! Praktischer Forschergeist, Dr. Bolton!
Das ist es, worauf es ankommt. Sie m?ssen die Dinge ficken, in ihr tiefstes Inneres dringen, um ihnen ihr Geheimnis zu entlocken. Sie m?ssen erfahren - sie d?rfen nicht Halt machen vor den Dingen, die ihnen Angst einjagen."

Keoma Lewis schien sich nun beinahe vollkommen zu ver?ndern. Seine Augen leuchteten, hatten einen fast schon fanatischen Ausdruck angenommen, und sein Gesicht - sein Gesicht wirkte wie das eines h?chstens zwanzigj?hrigen Jungen, der sich auf der H?he seiner Kraft befindet, eines Jungen, der glaubt, die Welt aus den Angeln heben zu k?nnen.
Er hatte sich direkt vor Bolton aufgebaut, leicht vorgebeugt und beide H?nde auf den Lehnen rechts und links von dessen Knien abgest?tzt, sein Gesicht gef?hrlich nahe vor dem Gesicht Boltons.
"Sie m?ssen die Dinge ficken, Dr. Bolton."
Leise. Eindringlich.
Die einzige zul?ssige Wahrheit.
Ein falsches Wort...
Die alte Wanduhr schlug vier Mal.
Es war das erste Mal an diesem Tag, dass Dr. Bolton wirklich Angst hatte, zutiefst empfundene Angst.
Das jugendliche Gesicht mit den klaren, stechenden Augen nahm beinahe sein ganzes Gesichtsfeld ein, schien zu lauern auf seine Reaktion - und irgend etwas in Bolton wusste mit absoluter Sicherheit, dass er seine Angst auf keinen Fall nach au?en dringen lassen durfte, wenn er diesen Tag ?berleben wollte. Was immer mit Mr. Lewis vor zwanzig Jahren (oder heute?) geschehen sein mochte, es hatte ihn mehr Tier als Mensch werden lassen. Das Gef?hl der Angst provoziert den Jagdinstinkt.
Dr. Peter Bolton konnte die triefenden Giftz?hne hinter den geschlossenen Lippen mehr ahnen als sehen - aber er war sicher, dass sie da waren.

*

"Willst du?"
Ich war sicher, dass ich jeden Augenblick platzen m?sste vor Geilheit, so scharf machte mich ihre einfache Pose.
"Wer bist du?", war alles, was ich in dem Moment stammeln konnte angesichts dieses unglaublich sch?nen, g?ttlichen Wesens.
"Ich bin Tania. Du wirst Keoma f?r mich sein. Willst du mit mir kommen, s??er Keoma?"
Sie nannte mich Keoma, und ich war Keoma - von dem Augenblick an. Es gab keinen Namen, der besser zu mir h?tte passen k?nnen.
Keoma - das klang fremd, wild und aufregend...und so wollte ich f?r sie sein.
Keoma - das war mein geheimer, mein wahrer Name, ganz so, wie es in den alten Religionen ?berliefert wird. Keoma war mein innerster Wesenskern, und nur Keoma war es, der wirklich z?hlte. K?nnen sie begreifen, was sie wirklich tat, Peter?
Tania nannte mich. Dieses eigenartige M?dchen rief mich hervor, brachte Keoma an die Oberfl?che. Sie schuf Keoma, wenn sie so wollen.
Das war es, was sie tat - und von dem Moment an hatte sie mein Leben in der Hand.
"Willst du mit mir kommen, s??er Keoma?"
Eine Wahl hatte ich nicht und wollte sie auch nicht. Ich war nicht mehr derselbe, Peter. Den Jungen, der mit seiner Klasse nach Island reiste - den gab es nicht mehr. Es gab nur noch Keoma - und Keoma war dazu bestimmt, fremd und wild zu sein, denn Keoma war untrennbar mit ihr verbunden.
"Ich bin Tania. Du wirst Keoma f?r mich sein."
Sie hat mich f?r sich geschaffen, Doc, ganz zu ihrem Vergn?gen. Ich war das Kaninchen, das starr vor Faszination in die Augen der Schlange schaut. Ich war das M?nnchen der furchtbaren Gottesanbeterin, das sich nach dem vollzogenen Geschlechtsakt bereitwillig verzehren l?sst.
Keoma war zu Tanias Lust geschaffen. ER war vollkommen IHR Gesch?pf.
Dennoch glaubte ich lange Zeit, es w?re mein eigener Entschluss gewesen, der mich mit ihr gehen lie?. Keoma wollte, Keoma ging. Das war es, was ich glauben wollte. Aber wollen wir erwachsen werden, Peter? Wollen wir uns verlieben in die und die bestimmte Frau? Wollen wir ?lter werden? Wollen wir sterben, Peter?
Es gibt zu viele Dinge, die sich unserem direkten Zugriff, unserem Wollen entziehen. Vielleicht ist jeder Wille nur Illusion.
Aber was sage ich eigentlich, Peter! Ich war das Kaninchen, ich war das M?nnchen, doch sie - sie war weder Schlange noch Gottesanbeterin. Diese Attribute werden ihr nur teilweise gerecht. Sie war weitaus mehr.
Tania nennt die Dinge. Tania will und bekommt. Tania bewegt sich weit jenseits von Gut und B?se, Peter. LUST ist das Prinzip, das SIE am besten umschreibt.
TANIA ist LUST - und das erhebt sie zur G?TTIN. SIE kennt keine Regeln."

*

Ich war wie bet?ubt, fast wie hypnotisiert. Alles erschien mir wie ein Traum, auf seltsame Weise unwirklich - und dann doch wieder v?llig intensiv, erschreckend real. Ich befand mich in einem instabilen Zwischenzustand meiner pers?nlichen Wirklichkeit, auf einem ?u?erst schmalen Grad der Wahrnehmung.
Einer Art der Wahrnehmung, die es mir erlaubte, auch ungew?hnliche Dinge - ganz wie im Traum - unbefangen auf- und hinzunehmen, ohne dadurch aus der zerbrechlichen Grundform meiner Realit?t katapultiert zu werden, um dann unweigerlich angesichts des Unbekannten in einen schockartigen Zustand zu geraten.
Dieser Zwischenzustand erlaubte mir also, bewusst zu bleiben - und auch daf?r war Tania verantwortlich.

*

Ich wusste, dass es schwierig sein w?rde...und dass dennoch die Chance da war, etwas Phantastisches, absolut Faszinierendes zu erleben, das mich mein ganzes Leben lang besch?ftigen w?rde...und ich versuchte zu glauben, dass es m?glich war.
So legte ich all meine Kraft in das unglaubliche Unterfangen, diese Br?cke zu schlagen und den Weg zu markieren!

*

Sah Klettergew?chse, die wie auf einer Leiter an den B?umen empor zum Licht dr?ngen - und in ihrem labyrinthischen Geflecht Dutzende, vielleicht Hunderte anderer Pflanzenarten: Moose, Farne, Bromelien, Orchideen.
Pflanzen der G?tter.
Sah mich emporsteigen wie einen Drachen in und durch das dichte Ge?st der Urwaldriesen, vorbei an seltsamen, phantastisch bunten Papageien, K?nigstyrannen und anderen in den B?umen heimischen Vogelarten; vorbei an Affen, die ihre langen, dichtbehaarten Arme nach mir ausstreckten; vorbei an Zwergameisenb?ren, Schirmv?geln, Faultieren, Traum-, Alptraum- und Sagatieren...vorbei...vorbei...immer geschwinder daran vorbei - und dar?ber hinaus!
Tief unter mir die Baumwipfel, die unendliche Fl?che der nachtgr?nen Baumwipfel - die KRONEN der Riesen!
Sah..
Sah...
Sah weit unter mir, unter mir...
HERZ-SCHLAG-HERZ-SCHLAG-HERZ-SCHLAG-HERZ-SCHLAG-HERZ...
...gleich einer kristallblauen Schlange, von Horizont zu Horizont...
...den FLUSS, das HERZ DER WELT! Sah! H?rte!
Ich h?rte es schlagen, mein Gott...
WASSERWOLKENL?RM, WASSERWOLKENL?RM - h?rte es deutlich...
?berblickte...alles.
F?hlte meinen Verstand implodieren durch die Vielzahl der Eindr?cke, mit Lichtgeschwindigkeit in sich zusammenschrumpfen und unbedeutend werden.
F?hlte LUST, unb?ndige LUST.
Alles wimmelte von Leben. Nichts, das nicht voller Leben war.
Mein Magen zog sich zusammen, krampfte. Schmerz, unendlicher Schmerz!
Zog mich hinunter, brachte mich zur?ck, nun v?llig ICH: Keoma. Nur noch Keoma.


"Konntest du ihn sehen, Keoma?"
Ihre Stimme. Nach Ewigkeiten ihre Stimme.
"Ja. Er war wundersch?n."
Tania.
"Wir m?ssen zu ihm, Keoma. Dort warten sie auf uns."
"Bitte sag mir, Tania..."
Sie l?chelte. Sie stand da in der Wildnis und l?chelte ihr zauberhaftes L?cheln. Ich kam mir so schrecklich unbedeutend vor neben ihr, neben IHR.
"Sie nennen ihn Wasserwolkenl?rm, schon seit langer Zeit. Du kennst ihn als Amazonas in eurer Sprache. Die Priester nennen ihn Corazon."
Ich war unsicher.
"Wie nennst du ihn, Tania?"
Sie lachte laut auf und sagte:
"Was hast du bei seinem Anblick empfunden, s??er kleiner Keoma?"
Ich f?hlte, wie meine Ohren gl?hten. Tania kam langsam auf mich zu. Sie hatte sich ver?ndert, ber?hrte meinen steifen Schwanz.
Wie eine Wildkatze. L?chelte. Fauchte in meinem Kopf, im Rest meiner Gedanken.
Ihre kleine Hand (ihre Pranke) wog meine Eier. Ihr geschmeidiger K?rper dr?ckte sich an mich.
"Ich denke, du solltest ihn Corazon nennen."
Konnte den bet?ubenden Duft ihres Haars (ihres Fells, ihrer Muschi) riechen. Mein Herz schlug bis zum Hals. Meine Handfl?chen f?hlten sich feucht an.
"F?r dich ist er Corazon. F?r mich ist er Corazon. Das ist der Grund, warum du mit mir hier bist, Keoma: Er bedeutet f?r uns beide dasselbe."
"Und was ist Corazon, Tania? Was bedeutet er f?r uns?"
Ihre blaugr?nen Augen drangen bis auf den Grund meiner Seele.
"Er kann alles f?r uns bedeuten. Es gibt nichts, das er nicht sein k?nnte. Er ist die gro?e Schlange. Er ist Lust. Er ist das Herz. Ohne ihn w?rde nichts sein."
"Ist er ein Gott?"
"Ich kenne keinen Gott, Keoma. Corazon ist. Er existiert - das ist alles, was ich wei?."

3.11.05 08:59