Die Matrix
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Deadline

Ein Duell ohne Sieger, geboren im Buch der Träume
(mit einem Dialogsample aus dem Film "Matrix")


*Eine Geschichte von BeautifulExperience *




iwishuheavende:

Ich bin in einem Zustand gespannter Erwartung, als ich den großen Platz vor dem Hamburger Rathaus betrete.
Der Himmel ist leicht bewölkt, aber es sieht nicht nach Regen aus, und als ich nach oben schaue, um die Wucht des Gebäudes auf mich wirken zu lassen, bricht die Sonne durch die Wolken.

Ein unglaublich schönes und erleichterndes Gefühl, zu wissen, dass es heute passieren wird.

Ich habe keine Ahnung, wie du aussiehst, und um nicht überrascht zu werden, blicke ich mich einmal nach allen Seiten um und begebe mich dann zur Brücke über die Alster.
Ich lehne mich ans Geländer und beobachte die Menschen.

Ich atme tief ein und sammle meine Kräfte.



beautifulexp:

In der Schlacht
dieser Nacht
hab' ich ans Licht gebracht,
was ich durchdacht!

Von dem Quell
zu der Stell
an der ich dich töten will,
ist es nur ein Katzensprung
drum:
vergiss nicht, was ich dir gesagt
in deinem Traum
der letzten Nacht.

Halt dich bereit,
fühl meine Macht!



iwishuheavende:

Einen Moment lang schließe ich die Augen und spüre dem Traum der letzten Nacht nach.
Aber es gelingt mir nicht, den entspannten Zustand zu erreichen, der mich einen Zipfel des Traumgewandes fassen lässt, und so bleibt mir nur die Ahnung, dass da irgendwo ein Schatten auf mich wartet, der mich in vollkommene Dunkelheit hüllen will.
Als ich die Augen wieder öffne, fühle ich, dass mein Herz schneller schlägt und ich die Kontrolle zu verlieren drohe.

Ich habe alles hinter mir gelassen:
meine Gedanken,
meine Sicherheit,
meine "Bildung",
meine Vergangenheit.
Doch nicht so, nicht so,
dass ich nicht spüre,
wie meine Vergangenheit in mir kämpft,
mir Furcht einflößt vor einer neuen Art
zu leben,
vor einer neuen Art von Freiheit -
einer Art von Freiheit,
die den Tod nicht mehr als Feind bezeichnet.

Ich rase
mit unglaublicher Schnelligkeit
auf einen Punkt zu,
wo die Angst
mich zu lähmen droht.
Ich hoffe,
dass meine Angst früher stirbt
als ich.

Langsam stoße ich
an meine Grenzen,
und diese Grenzen machen mir
in erschreckender Weise bewusst,
was es bedeutet,
ein Mensch zu sein.


Als ich mir der Kälte des Brückengeländers an meinen Handinnenflächen bewusst werde, fühle ich, dass du angekommen bist.
Ich vermeide es, dich mit den Augen zu suchen, denn ich würde dich nicht sehen.



beautifulexp:

Ich kann dich schon spüren, bevor ich ankomme. Deine Angst reizt mich, und ich kann meine Gier kaum unterdrücken.
Doch ich habe gelernt, zu warten, und so bewege ich mich im Schutz der Schatten, die mich begleiten.
Es ist fast so, als könnte ich dein Blut sehen.

Schon einmal bin ich dir begegnet.
Dieses Mal wird es das letzte Mal sein.

Du glaubst, mich wie einen Fisch ködern zu können mit deiner Angst.
Doch ich bestimme, wann ich zubeiße und dich zerreiße.



Auf deinen nächsten Zug warte ich nicht.
Ich durchschlage deine Deckung schneller, als du es erwartest, und tauche wie aus dem Nichts vor dir auf.

Gedankenimpuls und Handlung sind eins, als ich dir mit dem Daumennagel die Kehle auftrenne, und ich triumphiere bei dem Anblick der Überraschung in deinen Augen. Mein Geist erreicht deinen im gleichen Augenblick, als ich zu trinken beginne, und bevor du die Wunde schließen kannst, habe ich die Kontrolle über deinen sterbenden Körper übernommen.



iwishuheavende:

Ich kopple die Identität meines Bewusstseins an die Beschaffenheit des Brückengeländers, und von dort erstrecke ich meine Wahrnehmungsfähigkeit über den gesamten Platz.
Ich lächle, während mein Atem immer tiefer geht und ich mich an den entscheidenden Moment erinnere, als Morpheus sich alle Mühe gibt, Neo die Welt zu erklären:

„Du fühlst dich im Moment sicher wie Alice im Wunderland, während sie in den Kaninchenbau stürzt, hmm?
Ich kann es in deinen Augen lesen.
Du siehst aus wie ein Mensch, der das, was er sieht, hinnimmt, weil er damit rechnet, dass er wieder aufwacht.
Ironischerweise ist das nah an der Wahrheit.
Glaubst du an das Schicksal, Neo?“

„Nein.“

„Warum nicht?“

„Mir missfällt der Gedanke, mein Leben nicht unter Kontrolle zu haben.“

„Ich weiß ganz genau, was du meinst!
Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt.
Etwas, das du nicht erklären kannst, aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da – wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.
Weißt du, wovon ich spreche?“

„Von der Matrix?“

„Möchtest du wissen, was genau sie ist?“

Neo nickt.

„Die Matrix ist allgegenwärtig. Sie umgibt uns.
Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer. Du siehst sie, wenn du aus dem Fenster guckst oder den Fernseher anmachst. Du kannst sie spüren, wenn du zur Arbeit gehst – oder in die Kirche – und wenn du deine Steuer zahlst. Es ist eine Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken.“

„Welche Wahrheit?“

„Dass du ein Sklave bist, Neo.
Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren und lebst in einem Gefängnis, das du weder anfassen noch ansehen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand. Dummerweise ist es schwer, jemandem zu erklären, was die Matrix ist. Jeder muss sie selbst erleben.
Dies ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein Zurück.
Schluckst du die blaue Kapsel, ist alles aus. Du wachst in deinem Bett auf und glaubst an das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland und ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.
Bedenke: alles, was ich dir anbiete, ist die Wahrheit. Nicht mehr.“


Als meine Identität mit allem hergestellt ist, wird die Aktion des anderen Teils von mir zu einem bloßen Gefühl innerhalb einer ganzen Welt von Gefühlen, und ich kann es fast genießen, getrunken zu werden.
Die Schreie der Menschen, die uns beobachten, nehme ich nur am Rande wahr, doch auch sie spielen nur die ihnen zugedachte Rolle.

„Hattest du schon einmal einen Traum, Neo, der dir vollkommen real schien?
Was wäre, wenn du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst?
Woher würdest du wissen, was Traum ist und was Realität?“



beautifulexp:

Es ist ein überwältigend schönes Gefühl, mich mit den Fingern in deinen Hals zu wühlen und meinen Mund auf das pulsierende Fleisch zu pressen.
Ich kann nicht verhindern, dass mir ein Teil deines Blutes entgeht und sich auf den Asphalt der Brücke ergießt.
Ich trinke mit aller Gier, zu der ich fähig bin, und genieße das Entsetzen der Menschen um uns herum als pure Energie, die mich noch leidenschaftlicher vorgehen lässt. Ich beiße mich an deiner geöffneten Halsschlagader fest und empfinde fast so etwas wie sexuelle Erregung, während dein Leben in mich übergeht und mir Substanz verleiht. Dein Blut ist warm und klebrig an meinen Händen, und in meiner Kehle brennt es wie Feuer.
Ich fühle, wie mein Körper die Schatten hinter sich lässt und mit jedem Zug, den ich nehme, materieller wird, und das Glück, das ich empfinde, lässt mir die Tränen in die Augen steigen.

Einen Moment lang löse ich meine Lippen von dir und sehe mich um: da stehen sie mit weitgeöffneten Mündern und können nicht begreifen, was sie sehen. Entsetzen hat sie gelähmt, und das Adrenalin in ihren Körpern lässt die meisten schreien anstatt zu flüchten. Das Zucken deines Körpers wird langsam schwächer und ich fühle, welche Angst ihnen dieser Anblick des herannahenden Todes bereitet.
Eine Sekunde überlege ich, ob du mir genug sein wirst, so gierig macht mich dieses panische Gefühl der Menge.
Ich kann mich nicht entscheiden, ob mir der Blick über die Alster oder der Anblick des Rathauses besser gefällt, und ich berausche mich an meinem eigenen Lachen. Ich liebe Hamburg!

So lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet!
Deine Augen sagen mir, dass du keinen allzu langen Weg mehr vor dir hast, und fast empfinde ich so etwas wie Mitleid mit dir.
Dann beuge ich mich vor, um nicht allzu viel zu verschwenden.

Als ich spüre, wie du mich nun liebevoll umarmst, wird mir eiskalt.



iwishuheavende:

Ich weiß nicht, ob ich aus diesem Traum noch einmal aufwachen werde, doch mir ist bewusst, dass die Wirklichkeit in diesem Moment flüssig ist wie heißes Wachs in meinen Händen.
Ich habe lange darauf gewartet, diesen Körper hinter mir lassen zu können, und der Preis, den ich dafür zahle, ist angemessen.

Die anfänglichen Schmerzen halten sich schnell in Grenzen, nachdem ich den ersten Schock dieses plötzlichen, von animalischer Gier bestimmten Angriffs überwunden habe. Als mir dein Geist begegnet, überlasse ich dir die Kontrolle über meinen Körper.
Während ich ausatme, tauche ich tief in dich ein, durchstoße die Schatten und umgehe all deine Verteidigungslinien, lasse meinen Geist mit dem Blut in dich einströmen, das dir zunehmend Substanz verleiht.
Ich kann gar nicht anders, als dich zu lieben.


"Die Finsternis war nunmehr merklich dichter geworden, und nur der Widerschein des weißen Vorhangs vor uns auf dem Wasser erhellte noch das Dunkel. Immer wieder flogen riesige fahlweiße Vögel durch den Schleier, und während sie unserem Gesichtskreis entschwanden, drang unaufhörlich ihr schrilles „Tekeli-li!“ an unsere Ohren. Da regte sich Nu-Nu noch einmal auf dem Boden des Kanus; als wir ihn jedoch anfassten, fanden wir ihn entseelt und ohne Leben. Und jetzt schossen wir in die Umarmungen des Kataraktes hinein, der einen Spalt auftat, um uns zu empfangen. Aber im selben Augenblick richtete sich vor uns auf unserem Weg eine verhüllte menschliche Gestalt auf, weit größer in allen ihren Ausmaßen, als es je ein Bewohner der Erde gewesen ist. Und die Farbe ihrer Haut war von makellos reinem, schneeigstem Weiß..."

Poe, Seltsame Erlebnisse des Arthur Gordon Pym aus Nantucket
28.2.06 14:14
 


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